XIII. Finanzielle Ergebnisse der Kolonien.
Literatur. Leroy-Beaulieu, Colonisation. Paris 1902. — J. Franconie, Les emprunts coloniaux. (Questions diplomatiques. 1901. 15. Februar); ders.,
Le credit colonial. (Ebel. 1900. 15. März.) — E. Petit, Organisation des colo- nies frangaises. Paris 1894. — L. Vignon, L'exploitation de notre empire colonial. Paris 1900. — A. Zimmer mann, Europäische Kolonien. Berlin 1895 — 1903.
I.
Die Portugiesen scheinen von Anbeginn ihrer Tätigkeit in Indien an es verstanden zu haben, nicht allein die Kosten ihrer Unternehmungen herauszuwirtschaften, sondern noch erhebliche Gewinne zu erzielen. Neben der Haupteinnahmequelle, den Abgaben vom Handel, welcher nur auf den Kegierungsschiffen getrieben werden durfte, brachten die Schiffspässe, ohne welche in indischen Gewässern alle Seefahrt verboten war, die Tribute der besiegten Fürsten und die in Indien erhobenen Zölle und Steuern ansehnliche Summen. Goa hatte zu Anfang des 16. Jahrhunderts z. B. 150 000 Xeraphins Steuern zu zahlen. DerZamorin von Kallkutta mußte die Hälfte aller Einnahmen an Portugal abführen. Der Tribut von Ormuz belief sich 1522 auf 60 000 Xeraphins. Der Emir von Aden wurde um jene Zeit zu einem Tribut von 10 000 Par- daos Gold verpflichtet. Dazu dürfte die Kriegsbeute gelegentlich auch nicht unerhebliche Beträge geliefert haben. D’Alboquerque brachte z. B. von einem Zuge allein 40 Pfund große Perlen heim.
Wie hoch die Gewinne Portugals aus seinen kolonialen Unternehmungen in jener Zeit gewesen sind, weiß man nicht. Es fehlt ebenso an Anhaltspunkten für die Größe seiner Aufwendungen. Sicher ist nur, daß die Einnahmen aus Indien schon im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts stark zurückgegangen sein müssen, und daß die portugiesischen Vertreter schon damals oft in bitterste Verlegenheit gerieten. Anfang der 70er Jahre mußte ein Vizekönig der Stadt Goa seinen Sohn für eine Anleihe als Pfand übergeben. Flotte und Festungen verfielen, da kein Geld zu ihrer Erhaltung da war. Als gar nach der Einverleibung- Portugals in Spanien und der Verwicklung in die Kämpfe mit England und Holland die Indienfahrer nicht selten abgefangen wurden oder auf der Flucht verloren gingen, kam die portugiesische Kolonialverwaltung in ärgste Bedrängnis. Es ist bezeichnend dafür, daß der König von