VIII. Kuliwesen.
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I.
Als Ersatz für die Negersklaven sind nach Aufhebung der Sklaverei zuerst von England Eingeborene Asiens verwendet worden. Den Anlaß dazu scheinen die günstigen Erfahrungen gegeben zu haben, welche man 1815 mit Verwendung indischer Strafgefangener in Mauritius gemacht hat. Da bei der Übervölkerung Indiens sowieso unter den Eingeborenen der Auswanderungstrieb verbreitet ist und in Jahren von Mißernten der Wegzug für viele Familien unerläßlich war, lag es nahe, diese Sachlage im Interesse der an Arbeitermangel leidenden Kolonien auszunützen. Von 1834 an begann daher England den Strom der indischen Auswanderung mehr und mehr nach Westindien und Mauritius zu lenken. In letzterer Kolonie allein sind von 1843—60 etwa 274 000 Inder eingewandert, von denen nur 49900 wieder weggezogen sind. Die Leute wurden in der Kegel für 5 Jahre zu einem festen Monatslohne von 4 Dollars oder gegen Tagelohn verpflichtet und erhielten freie Fahrt. Nach Britisch-Westindien sollen 1848—60 gegen 81500 Inder gelangt sein. Neben den Indern verwendete man hier auch freie Neger, welche man besonders in Sierra Leone an warb.
Das Beispiel Englands veranlaßte Frankreich zur Nacheiferung. Angesichts der Notlage, in welche sein westindischer Besitz durch die plötzliche Aufhebung der Sklaverei geraten war, begnügte es sich nicht