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Kolonialpolitik / von Alfred Zimmermann
Entstehung
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94
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Unternehmungen oline Hoheitsreclite.

Literatur. P. Decharme, Les grandes compagnies coloniales allemandes. Paris 1899. ders., Compagnies et societe's coloniales allemandes. Paris 1903. C. Guy, La mise en valeur de notre domaine colonial. Paris 1900. Karl Leh­mann, Kolonialgesellschaftsrecht. Berlin 1898. P. Leroy - Beaulieu, De la colonisation. Pans 1902. A. Poslcin, Bilans congolais. Bruxelles 1900. W. Ring, Deutsche Kolonialgesellschaften. Berlin 1888. K. von Stengel, Die deutschen Kolonialgesellschaften. Schmollers Jahrbuch. XII. 1. ders., Rechtsverhält­nisse der deutschen Schutzgebiete. Tübingen und Leipzig 1901. A. Zi mm ermann, Weltpolitisches. Berlin 1901.

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Ebenso wie im Erwerbsleben der zivilisierten Staaten der Einzel- unternehmer immer seltener wird und an seine Stelle Gesellschaften ver­schiedener Art treten, gerät die Ausbeutung überseeischer Gebiete all­mählich fast ausschließlich in die Hand von Gesellschaften.

Staaten sowohl wie die von ihnen privilegierten Unternehmungen haben mit dieser Erscheinung zu rechnen. Die Ursache ist überall dieselbe. Der einzelne Kapitalist verfügt entweder nicht über genügende Mittel, um ein der vorliegenden Aufgabe gewachsenes Unternehmen ins Leben zu rufen, oder er will nicht zu viel von seinem Vermögen an eine noch nicht genügend geklärte Aufgabe wagen. In der Bewirt­schaftung von Kolonien sind also dieselben Erwägungen wirksam, welche die Staaten veranlaßt haben, die Kolonisation in die Hände von privi­legierten Unternehmungen zu legen, und die privaten Privilegieninhaber, ihre Privilegien meist an Gesellschaften abzutreten.

Von den mannigfachsten Verfassungen und Erfahrungen der privi­legierten Gesellschaften ist im vorstehenden die Rede gewesen.

In diesem Abschnitte handelt es sich um die wirtschaftlichen Zwecken dienenden Erwerbsgesellschaften ohne Hoheitsrechte in Kolonien.

In älteren Zeiten spielten solche Gesellschaften keine große Rolle. Bei dem geringen Schutze, den die verschiedenen Staaten in überseeischen Gebieten gewährten, bei der Unordnung in den dortigen Verhältnissen, der Schwierigkeit und Kostspieligkeit der Verbindungen war ein rein pri-