XI.
Ein Löwenfang.
„Simba-Ztation"^ heißt ein Haltepunkt der Ugandabahn, die den Indischen Gzean mit dem Viktoria-Njanza verbindet.
Er liegt in der Nähe von Nairobi, und der Klang seines Namens zaubert mir den 25. Januar l897 vor Kugen, den Tag, an dem mir drei Löwen am hellichten Tage — Aug in Kug — beschert wurden.
Damals führte noch Kein eiserner Schienenweg ins Innere des Landes - der stählerne Gürtel der Eisenbahnschienen erzitterte noch ebensowenig, wie die ihn begleitenden Telegraphendrähte, allnächtlich in leiser Resonanz, wenn die Stimme des Wüstenkönigs ertönte. Wenig später bot der weiße Mann alltäglich und allnächtlich dem König der afrikanischen Tierwelt ein Paroli auf dem langen Wege vom Gzean bis zum größten zentralafrikanischen Seenbecken. . .
Und „Löwenstation" wurde jener Haltepunkt der Lahn mit gutem Recht getauft, weil allein unfern dieses Grtes über hundert indische Arbeiter von Löwen geraubt worden waren. Für mich nicht erstaunlich, der ich den Mldreichtum jener Gegenden schon Jahre vorher beschrieben und ein beglaubigendes Ziegel der Natur unter meine Schilderungen gedrückt hatte, wie es beweiskräftiger nicht geschehen Konnte. Aber trotz alledem erregte es ein gewisses Kufsehen, daß ein alter Mähnenlöwe einen Europäer zur Nachtzeit aus einem Schlafwagen raubte. In Gesellschaft zweier anderer Herren übernachtete er in einem Salonwagen, den man abends aus ein Nebengeleise geschoben hatte. Einer der Europäer schlief auf dem Boden- er hatte sich zum Schutz
^ Zimba — Löwe. C.G.Schillings, Der Zauber des Elelcicho
20