Druckschrift 
Der Zauber des Elelescho / von C. G. Schillings. Mit 318 Abb., meist photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers, urkundtreu in Autotypie wiedergegeben
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

In früher Morgenstunde pflegen Frankoline von niedrigem Geäst aus ihren Ruf erschallen

zu lassen.

VII.

Die Symphonie der Steppe und des Urwaldes.

Der deutsche Weidmann Kennt den geheimnisvollen Zauber, der zu dem Horchenden spricht, wenn im Frühlingswalde die Waldschnepfe murkst, die Balz der Waldhühner ertönt und wenn im Herbst der Brunft­hirsch schreit.

Das müssen zähe und uralte Einflüsse sein, denen der Lauschende da Untertan wird, Einflüsse, die aus grauer Urzeit stammen und mit zwingender Macht plötzlich wieder lebendig werden und wirken.

Wer diesen Sauber versteht, der folge mir in die äquatoriale Wildnis zu dem Singen und Klingen, das ich dort vernahm. Wir wollen dies Singen und Klingen die Sprache der NniKa nennen. Sie tönt dort allenthalben in ursprünglicher Mannigfaltigkeit bei Tag und Nacht. Freilich, um diese Sprache ganz zu verstehen, müßte man König Sa- lomos Zauberring besitzen, der seinen Träger der Sprache der Natur Kundig machte, oder müßte gleich Siegfried die Hand im Blute des Lindwurmes genetzt haben, um vogelstimmenkundig zu werden . . .

So viel ist gewiß: in afrikanischen Wildnissen Klingt noch jene Ursprache. In heimischen Revieren sind Auerochs, Wisent, Steinbock, Bär, Luchs und Wolf verstummt und auch viele andere Stimmen ur­eingesessenen Wildes so gut wie verklungen. Ich habe gewiß nur wenige Worte der Sprache der Steppe verstehen Können, wenn ich auch vieltausendsaches Tönen vernahm. 5lber von diesem Tonbilde möchte ich wenigstens berichten, so gut ich es vermag . . .

Wie groß und gewaltig wirkt diese Welt der Töne zu manchen