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Der Zauber des Elelescho / von C. G. Schillings. Mit 318 Abb., meist photographischen Original-Tag- und Nachtaufnahmen des Verfassers, urkundtreu in Autotypie wiedergegeben
Entstehung
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I» weiter Steppe, leuchtend in schimmerndem Vicht, crdiicltc ich drei viir-iffcn

I.

Der Zauber des Llelescho.

2n den Nachmittagsstunden des 14. Januar 1897 bewegte sich eine Kleine ermüdete Trägerkarawane, etwa 50 Mann stark, über die weite Ebene entgegen ihrem langersehnten Ziele, dem NaKurosee, der endlich in weiter Ferne sichtbar wurde. Das Kussehen und die abgerissene Kleidung der Träger ließ darauf schließen, daß die Kara­wane eine lange Reise vollbracht hatte. Und so war es. Ich Kam vom Viktoria-Ujanza, fiebergcschwächt, in der Hoffnung, in höher ge­legenen Gegenden schneller zu gesunden. Nach Wochen harten Schmerzenslagers fast wider Erwarten meiner freundlichen Pfleger, englischer Offiziere, vom Fieber genesen, das die Sümpfe des Njanza, die Durchguerung der wilden, damals noch nicht oder Kaum be­tretenen Länder ZotiK und Nandi mir gebracht, schien mir nach Krt der UeKonvaleszenten das Leben doppelt schön und begehrenswert. Die Märsche der letzten Tage waren wieder einmal durch feindliche Stämme, aufständische WaKamassia, gefährdet gewesen, aber mit dem Tintritt in das menschenleere Gebiet des UaKuro, TImcnteita und Uaiwasha-

in dem von den Masai mit En'aiposha bezeichneten Distrikt ge­legen, war diese Gefährdung so ziemlich überwunden.

Tndlosc, wellenförmig sich dahinziehende Grasslächen, jeden Baum­schmucks bar, hatten die letzten Märsche wenig anziehend gemacht' nun senkte sich die Grasebene merklich, ging allmählich in öde vul­kanische Flächen über und gewährte dem Blick Ausschau über den in der Ferne schimmernden See.

C. <v. Schillings. Der Zunder des Elelcscho 1