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Die Mittel der Expedition betrugen insgesamt 41 600 Mark. Davon wurden von vornherein 5000 Mark als Verarbeitungsfonds abgezAveigt; für Ausrüstung, Reisekosten, Ankauf und Transport aller Sammlungen wurden rund 33 500 Mark aufgOAvendet.
Die Expedition zog hinaus unter dem Namen: Forschungsreise der Deutschen Kolonial-Gesellschaft nach Kamerun. Uber ihren Verlauf und über unsre Arbeiten haben wir in der Deutschen Kolonial-Zeitung berichtot, in einer Reihe von Aufsätzen, die fast alle durch Zeichnungen oder Photographien illustriert waren. Von diesen sind einige hier wieder veröffentlicht, ich habe sie im Verzeichnis der Tafeln mit 1 versehen; die mit 2 bezeichnete Abbildung war auch dem bei E. S. Mittler & Sohn erschienenen Tagebuch meiner Frau „Auf der Savanne" beigegeben; die mit 3 bezeichneten einem Abdruck aus diesem Buch in der Wochenschrift Kolonie und Heimat, die mit 4 versehene einem Aufsatz von Leo Waibel „Der Mensch im Wald und Grasland von Kamerun" in der Geographischen Zeitschrift 1914.
Die Expedition stand unter meiner Leitung, meine Frau Marie Pauline Thorbecke geb. Berthold und Dr. Leo Waibel aus Heidelberg begleiteten mu h. Beide Reisegefährten haben sich an allen Arbeiten beteiligt, Dr. Waibel vor allen Dingen als Beobachter und Sammler der Pflanzen- und Tierwelt. Kurze Zeit nur konnte er eine Teil-Expedition selbständig führen, Krankheit zwang ihn, früher, als uns allen lieb war, zur Heimkehr. Ich danke ihm für seine tätige Mitarbeit. Ganz besondern Dank schulde ich meiner tapferen Reisegefährtin, die über ein halbes Jahr mit mir allein alle Entbehrungen, alle Strapazen treu geteilt hat, der auch schwere Verwundung und Lebensgefahr Mut und Freude nicht hat rauben können. Zeichnungen, Aquarelle und Ölgemälde zeugen von ihrer Arbeit als Malerin der Expedition, ebenso viele Photographien, die sie mit künstlerischer Auffassung aufgenommen hat.
Wenn wir unsre Arbeit durchführen konnten, müssen wir hier auch derer gedenken, die uns drüben unterstützt haben. Unser Dank gebührt in erster Reihe dem kaiserlichen Gouvernement, mit dem wir in engster Fühlung standen, seitdem Gouverneur Ebermai er sein Amt angetreten hatte; weiter der Wo ermann-Linie und der kolonialen Eisenbahn - Bau- und Betriebs-Gesellschaft Lenz & Co. und ihren Beamten. Alle die Offiziere und Beamten, Pflanzer, Kaufleute und Missionare, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen, einzeln zu nennen, würde zu weit führen. Einen Mann aber muß ich voll Dankbarkeit erwähnen, unsern Freund Max Müller, den stellvertretenden Stationsleiter von Joko im Jahre 1912; ohne seine stets bereite, nie versagende Hilfe wären wir nie so weit gekommen.
Unsre Aufgabe 1 war die geographische Erforschung des Hochlands von Mittel-Kamerun östlich des Mbam. Die folgenden Blätter sollen den Verlauf der Reise schildern und unsre Eindrücke und Beobachtungen mitteilen. Eine systematische Landeskunde wollen sie nicht geben. Eine Landeskunde setzt die
1 Vergl. Thorbecke. Forschungsreise der Deutschen Kolonial-Gesellschaft nach Kamerun. Deutsche Kol.-Ztg. 1911. S. 770.