Orogr
Paregebirge bestellt aus einer mehrfachen Reibe kurzer, nordnordwestlich gerichteter Ketten. Im südlichsten Teile ist es zerklüftet und fällt ebenso schroff zur Ebene ab, wie die Usambaraberge, welchen es auch an relativer Höhe gleichkommt. Im Süden beifst das Gebirge Pare maboga, im mittlem Teile im Westen Pare moeto, im Osten Pare Gondja; daran reihen sich im Norden Pare Muanamata und Pare Same, womit die Hauptkette abschliefst. Der mittlere Teil trägt die höchsten Gipfel, die Ngara und Sudja heifsen und relative Höhen von 1000 —1200 m erreichen dürften. Westlich von der Pare moeto, mit demselben jedoch in Verbindung stehend, liegt die Kwa Nduju-Berggruppe. Im selben Verhältnis stehen zur Pare Same im Norden die Pare Kisingo- Berge. Östlich von den letztern erheben sich die niedrigem Kwa Mdimu-Berge, die sich in vereinzelte Berge und Hügel auflösen; der bedeutendste darunter ist der Morongo, Thorntons „Klippenberg" (r. H. ca 700 m).
In nicht beträchtlicher Entfernung vom Paregebirge, nach Westen zu, sind die durch ihre Form charakteristischen Lassiti- und Samboberge gelegen; erstere bestehen aus drei isolierten, felsigen, schroffen Erhebungen von 5-bis 600 m relativer Höhe, und nördlich derselben befindet sich der wenig höhere Sambo, auch Panga mafissi oder Kitanko oder Ngare ngoriah genannt.
Ein kurzes, enges Thal trennt die Pare Kisingo vom Ugwenogebirge, dessen einfache südliche Hauptkette sich weiter im Norden in zwei Ketten gabelt. Die westlichere der beiden Abzweigungen endigt in zwei auffallend steilen, zuckerhutförmigen Hügeln. Die höchste Erhebung der Ugwenoberge findet sich in der Hauptkette und beträgt nach Dr. 0. Kersten 2200 m.
Die bisher erwähnten Gebirge bilden eine Reihe, die sich von der Küste aus in nordnordwestlicher Richtung bis an den Kilimandscharo-Fufs erstreckt; die einzelnen Glieder tragen dieselben charakteristischen Bergformen zur Schau und treten in gleicher Weise meist ganz unvermittelt aus der Ebene heraus. Die Streichungsrichtung der Bergrücken und -ketten, aus welchen diese Gebirge bestehen, ist ebenfalls eine nordnordwestliche. Die sie umgebende Steppe ist sandig, steinig oder auch mit Laterit bedeckt, dürr, trocken, fast graslos und nur wenig dicht mit Gebüschen oder knorrigen Akazienarten und stachlichten Euphorbien bewachsen; die Eingebornen belegen sie mit dem Namen „Njika". Nahe der Küste, soweit der Einflufs der feuchten Seewinde reicht, ist die Vegetation üppiger, ebenso am Fufse und an den Abhängen der Berge; da bildet sie oft undurchdringliche Buschdickichte. Wälder treten nur als schmale Ufersäume den Bach- und Flufsläufen entlang auf.
Das Landschaftsbild im Westen ist weit einförmiger ; die Gegend ist flach, wellig und ohne auffallende Erhebungen.
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In 5° Südbreite kann man jedoch wahrnehmen, wie der Ostrand der Ebene sich zu einem niedrigen Höhenzug zu erheben beginnt. Die anfangs flachen Randhöhen begleiten, nordwärts streichend, die Pare- und Ugwenoberge in stets gleicher Entfernung; sie bilden zuerst die niedrigen Märritiberge, dann die höhern, aus gerundeten flachen Rücken und Kuppen bestehenden Ssogonojberge, deren höchster Punkt, der Lettima, eine absolute Höhe von 1550 m erreicht. Unter 3° 30' S biegt der Rand unter dem Namen Tschatschäme nach Westen ab, verflacht und nimmt weiterhin einen noch unbekannten Verlauf. Aus der Ebene, welche durch diese Randhöhen im Osten und Norden begrenzt werden, ragen einige bedeutendere Berge, der Djoronjore und der Mbene, mit 2000 — 2200 m absoluter Höhe hervor. Dieses Bergland ist leider noch immer ein unerforschtes Gebiet.
Auf der Mombas-Route tritt der niedrige Höhenzug, welcher der afrikanischen Küste in wechselnder Entfernung entlang läuft, ganz nahe an dieselbe heran, so dafs man bereits nach wenigen Kilometern Marsch eine Seehöhe von 150—200 m erreicht hat. Weiter landeinwärts steigt die Ebene fortwährend an, doch beginnen erst bei Taro einzelne Hügel- und Bergformen die Einförmigkeit derselben zu unterbrechen. Die wichtigern sind der Taro- hügel, der Kilibasaberg, die schroffen Kidima- und Rukinga- Sandsteinrücken, schliefslich der 1630 m hohe Kadiaro oder Kasigao, dessen Gneifswände oft senkrecht abstürzen, anderseits aber auch Terrassen und Tafelflächen bilden. Die umgebende Buschsteppe ist 4- bis 500 m hocli gelegen. Die vertikale Gliederung wird nun eine bedeutendere; sie besteht aus den vereinzelten Maungu- und Ndara - Rücken, sowie dem Bura- und Teitagebirge, das sich westlich an dieselben reiht. Sämtliche Bergrücken haben eine nord- südliche Streichrichtung und sind als Fortsetzungen des Usambara-Berglandes anzusehen, mit dem sie auch vermittelst einer sanften Bodenschwelle in Verbindung stehen. Die gröfsten Erhebungen im Teita- und Bura- gebirge betragen 2000—2200 m. Südlich derselben bis zu den Usambara- und Parebergen erstreckt sich eine weite wellige Njikalandschaft. Im Norden der Teitaberge ist die Gegend ebenfalls flach, wird jedoch durch eine Anzahl isolierter Hügel und Berge belebt, .die bis an den Südfufs der Dschulukette reichen; unter ihnen fällt besonders der schroffe, nicht unbedeutende Theukaberg auf.
2. Das Kilimandscharo- und Merugebiet.
An den Endpunkten der Pangani- und Mombas - Route iindet der Übergang von metamorphischem auf vulkanisches Gebiet statt.
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