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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
Entstehung
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tacus erithacüs) und der Rinnenschnabel (Pogo- norhynchus dubius). Viele Tierformen Westafrikas dehnen ihr Verbreitungsgebiet ungleich weiter nach Osten aus. Von Schubotz wissen wir, daß der Schimpanse bis-zum Albert-Edward-See vordringt, und wenn ich nicht irre, hat ihn Stuhlmann auch am Westufer des Victoria - Sees nachgewiesen. Pternistes cranchi, ein Frankolin, ursprünglich ein westafrikanischer Waldvogel, kommt heute in ganz Ostafrika vor, und ein fast gleich großes Verbrei­tungsgebiet besitzt jener große, Tippu Tipp ge­nannte Spornkuckuck (Gentropus occidentalis). Zwei andere Vögel der westlichen Wälder, die bis zum Ufer des Victoria-Sees vordringen, sind der Grau­papagei und der farbenprächtige Turako, Muso- phaga rossae.

Aus der Verbreitung der genannten Tier­formen, die zum größeren Teile den Waldformen Westafrikas angehören, geht, wie Schubotz aus­

führt, hervor, daß die westlichen Urwälder früher sehr viel weiter nach Osten gereicht haben; wenn auch nicht gerade bis zum Indischen Ozean, so doch sicher bis zum Westufer des Victoria-Sees. Daß aber die heute im Osten noch vorhandenen spär­lichen Hochgebirgswälder einst im engeren oder loseren Zusammenhang mit den Wäldern West­afrikas gestanden haben, das lehrt uns die merk­würdige Ubereinstimmung der Tierwelt mancher Gebiete, die viele, viele Kilometer weit voneinander entfernt liegen. So fand Schubotz zum ersten Male auf dem Karissimbi eine Nektarinie (Nectarinia darthmouthi), die man bisher nur vom Ruwensori kannte. Ich selbst fand weit im Osten in den Wald­bergen Süd-Ussagaras jene beiden Waldvögel Apalis murinae und Phyllastrcphus chlorigula, die ich auf dem Karissimbi und den westlichen Waldgebirgen zuerst gesammelt hatte. (Uber zoologische Beob­achtungen aus Süd-Ussagara siehe Kapitel 6.)

12.

Der Schädel des Watussi-Rindes.

Von Johannes Neumann, Hamburg. Dazu die Bildertafeln VII und VIII.

Das Watussi-Rind und die ihm nahestehenden Typen haben von jeher das Interesse der Afrika­forscher wegen der mächtigen Entwicklung der Hörner erweckt. Bruce, O. B a u m>a n n, S t u h 1- m a n n haben über diese mehr wissenschaftlich als wirtschaftlich wichtigen Rinder berichtet und teil­weise auch Schädel der wissenschaftlichen Bearbei­tung zugängig gemacht. Als erster hat Adametz 1 ) einen aus Urundi stammenden Stierschädel be­schrieben. Der Schädel befindet sich im K. K. Naturhistorischen Hofmuseum zu Wien und wird für die Folge mit Wiener Schädel bezeichnet werden. Absolute oder relative Maße für die ver­schiedenen Dimensionen des Schädels hat Ada­metz nicht angegeben bis auf ein relatives Maß, welches das Verhältnis von Hinterhaupthöhe zur Hinterhauptenge betrifft, und ein absolutes Maß, das sich auf die Höhe des Stirnwulstes be­zieht. Sehr eingehend hat D ü r s t 2 ) vier Schädel des Watussi-Rindes bearbeitet, die dem K. Museum für Naturkunde zu Berlin gehören und von denen zwei Stuhlmann und zwei Langheld aus

') Adametz, L., Das Watussi-Rind. Anhang zu O. Bau- manns Werk: Durch Massailand zur Nilquelle. Berlin 1894.

2 ) Dürst, U., Die Rinder von Babylonien, Assyrien und Ägypten und ihr Zusammenhang" mit den Rindern der alten Welt. Zürich 1899.

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 6.

Afrika mitgebracht hatten. Diese Schädel werden im folgenden kurz mit B bezeichnet. Nähere An­gaben über die Herkunft, das Alter und Geschlecht der Tiere, von denen die Schädel stammen, sind von Dürst nicht gemacht. Er unterscheidet an den Schädeln eine Form A, hier als B I bezeichnet, bei welcher der Stirnwulst halbmondförmig verläuft und die Stirnfläche sehr stark nach vorne vorgewölbt ist, und eine Form B, im folgenden als B II und B III bezeichnet, bei welcher der Stirnwulst in der Zwischenhornlinie gerade verläuft und die Stirn­fläche nicht im mindesten gewölbt ist. Dürst gibt ferner von drei Schädeln 36 absolute Maße an, welche zu dem üblichen Grundmaße, der Basal- länge des Schädels (Vorderrand des Hinterhaupt­loches bis Vorderrand des Zwischenkiefers), in ein Verhältnis gebracht werden.

Im Juni 1911 wurden der L a n d w i r t s c h a f t- liehen Sammlung desHam burgischen Kolonialinstituts drei Schädel von der Hamburger Firma H a n s i n g & Co. über­wiesen. Ein Kuhschädel stammte aus Bukoba und war von dem Kaiserlichen Residenten vonStuemer in entgegenkommender Weise überlassen, zwei Stier­schädel waren aus A n k o 1 e von dem Vicekonsul H. S c h u 1 t z e in Entebbc, Uganda, gesammelt. Die H a m burger Schä d e 1 werden für die

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