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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
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gehoben zu werden, weil dadurch die sehr mannig­faltige und interessante Formenkette, die diese Art bildet, noch um weitere Glieder vermehrt und enger geschlossen wird. Von Wirbellosen treten schon durch ihre große Zahl die Coleopteren, Orthopteren, Rhynchoten und Araneiden in der Sammlung hervor, weiter aber zeigt schon eine ober­flächliche Prüfung, daß es nicht nur, wie so oft, durch Größe oder Färbung auffallende, meist weit ver­breitete Formen sind, sondern auch eine große An­zahl von kleinen, versteckt lebenden oder unschein­baren, von denen viele sich als der Wissenschaft neu

erweisen dürften. Von Spinnen ist bisher aus Ost­afrika noch kein so reiches und gut gesammeltes Material von einem Sammler dem Museum überwiesen worden. Unter den Dipteren ist vor allem dem Fangen von Moskitos, Tabaniden, Glossina und anderen blutsaugenden Formen Aufmerksamkeit ge­schenkt worden. Zum Schluß möge noch hervor­gehoben werden, daß Herr Dr. Houy sich bemüht hat, auch Plankton aus dem Burigi-See zu gewinnen, leider aber ist der See daran sehr wenig reich

11.

Zoologische Beobachtungen von Ruanda und Urundi.

Von Dr. R. Houy. (Vgl. die Übersichtskarte.)

Meine zoologische Tätigkeit während der Ruanda - Urundi - Expedition des Herrn Geheimrat Hans M e y e r konnte nicht in der Anlegung um­fangreicher Tiersammlungen bestehen. Das war durch unsere Dispositionen, die die Zeitdauer der Expedition nur relativ knapp bemessen hatten und meist eilige Märsche vorsahen, von vornherein aus­geschlossen. Es sollte vielmehr ihre Aufgabe sein und damit folgte ich dem Wunsche des Expedi­tionsleiters neben allgemein biologischen Beob­achtungen in erster Linie solche Tierformen zu sammeln, die für die jeweilig durchforschten Land­schaften charakteristisch waren.

Trotz der Einschränkung aber, die ich meiner Sammeltätigkeit auferlegte, waren am Ende der Ex­pedition alle Kasten und Gläser gefüllt, und wenn es nach unserer Rückkehr möglich war, dem Ber­liner Museum, das die zoologische Ausrüstung ge­stellt hatte, eine große Zahl von Säugern und Vogel­bälgen, Tausende von Insekten, Spinnen und Schnecken und eine Reihe sehr seltener Reptilien und Amphibien zu überweisen, so kam das daher, daß ich auch den bisher von anderen Reisenden etwas stiefmütterlich behandelten Tierformen, wie Kleinschmetterlingen, Spinnen, Schnecken und an­deren meine Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Ich kann nicht umhin zu erwähnen, daß größere Strecken unserer Reiseroute mit den Wegen Seiner Hoheit des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklen­burg zusammenfielen. Hier hat der Zoologe dieser Expedition, Herr Dr. Schubotz, eifrig gesam­melt, und seine interessanten Mitteilungen entheben mich der Notwendigkeit, näher auf die Zoologie

jener Gebiete einzugehen. Nur da, wo Berichtigun­gen oder Ergänzungen wünschenswert erscheinen, sei mir ein längeres Verweilen gestattet.

Die Berglandschaft K j a n j a , die wir, von Bu- koba am Victoria-See ausgehend, zuerst durchzogen, ist ein baumarmes Grasland von einer etwa 1400 m betragenden mittleren Höhe ü. d. M; Buschwald findet sich nur in kleinen Beständen in der Nähe der Wasserläufe oder an Berghängen, die den Nieder­schlägen am meisten ausgesetzt sind. Die ziemlich dichte Besiedlung des Landes läßt der Tierwelt nur wenig Spielraum. Größere Säuger, mit Ausnahme der überall zum Schaden der Felder häufigen Wild­schweine und einiger Leoparden, die sich in den Busch- und Waldinseln versteckt haben, fehlen gänzlich. Hier haben sich auch Herden der grünen Meerkatze(Cercopithecus viridis)zusammengedrängt, die wohl neben den Stachelschweinen die häufigste Tierart Kjanjas ist. Die Stachelschweine sind übri­gens im ganzen Zwischenseengebiet verbreitet; sie meiden nur größere Höhen und die Waldgebiete. Ihre Verwüstungen, die sie nächtlicherweile durch Graben und Wühlen auf Feldern und Wegen anrich­ten, haben sie zu einer Landplage werden lassen.

Die V o g e 1 w e 11 des eigentlichen Graslandes ist arm. Zu ihren typischsten Vertretern gehören Würger und eine Steinschmätzerart (Myrmeco- cichla nigra). Wo aber Wald mit dichtem Unter­busch sich erhebt, da drängt eine reichere Ornis sich zusammen. Mehrere Taubenarten, zahllose Weber­vögel, Drosseln, Scharen der drolligen Mausvögel (Colitis affinis) u. a. tummeln sich in den Zweigen. Unter ihnen ist ein der westafrikanischen Ornis an-