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Iriiiga herrscht zu gewissen Zeiten ein sehr reger Karawanenverkehr.
Eine kunstvolle Bewässerungsanlage sah ich auch in der Landschaft Marore. Durch große Parallelgräben zu dem Mwega-Fluß, mit zahlreichen kleinen Verzweigungen, wird hier das Mwega-Tal, soweit es zur Feldbestellung benutzt wird, berieselt. Uberall, auch an den anderen Flüßchen, konnten wir eine Berieselung der Felder feststellen. Eine Düngung der Felder mit Rindermist habe ich nur in den Landschaften Mafagasi und Ipera beobachten können, doch erzählten auch die Eingeborenen des Römuma-Tales, daß ihnen die Düngung nicht unbekannt sei.
Die Hauptkulturpflanzen sind Sorghum (Mtama) und Mais. Als Nebenkulturen kommen in erster Linie in Betracht: Bataten, Bohnen (Fivi- Kletterbohne und Kunde), Erdnüsse, Sesam und Zuckerrohr. Reis habe ich nur am unteren Mtscha- sima bei den Siedlungen der Wasagansa und Watschabi gesehen. Dort, wo Sorghum nicht gut fortkommt, tritt Mawele an seine Stelle. Vereinzelt findet man auch Bananen, Maniok, Gurken und Kürbisse. Während alle diese Kulturen in erster Linie für den eigenen Bedarf angebaut werden bzw. an durchreisende Karawanenträger verkauft werden, wird im Widunda-Gebirge Tabak in Mengen angebaut und weit über die Grenzen dieses Gebirgs- landes verhandelt; ein großer Teil geht nach Ugogo. Die Tabakblätter werden nach Entfernen der Stengel und Rippen zu einer weichen Masse gestampft
und diese zu rundlich platten Kuchen von etwa 14 m Durchmesser geformt. Getrocknet kommt der Tabak in dieser Form in den Handel.
Zweifelsohne kommt dieses Gebirgsland von Ussagara für eine europäischeBesiedelung mit in Betracht. Die vortrefflichen Hochweiden, auf denen sich jetzt Büffelherden tummeln, fordern direkt zur Viehzucht heraus. Wenn auch die Wände der einzelnen Bergmassive zu schroff abfallen, um auf den Hängen den Betrieb von Landwirtschaft in großem Umfange zu gestatten, so gibt es doch da und dort kleinere Plateaubildungen, weniger steile Hänge und Täler, die in Verbindung mit Viehzucht für eine Anpflanzung durchaus günstig erscheinen. Ob aber die Verhältnisse so liegen, einer Ansiedlung von Bauernfamilien das Wort zu reden, ist doch recht ungewiß. Zwar hat sich immer gezeigt, daß die durch die klimatischen Verhältnisse bedingte Rücksicht auf die Gesundheit wenig Beachtung findet, wenn nur das Land einen materiellen Vorteil verspricht; aber daß der Europäer, selbst in den höhergelegenen Gebieten, jede Arbeit selbst verrichtet, dürfte ausgeschlossen sein, ganz abgesehen davon, daß dies auch nicht zweckmäßig ist. Wünschenswert wäre die Heranziehung kapitalkräftiger Ansiedler, die in der Lage sind, etwa zwei Jahre sich selbst zu unterhalten, bis sie vom Ertrage ihrer Arbeit leben können, ebenso wünschenswert aber auch dürfte es sein, diese Gebiete durch eine nach Iringa führende Zweigbahn mit der Zentralbalm in direkte Verbindung zu bringen.
Reise durch
Von Dr. (Dazu die Karte III
Etwa 12 km nördlich von Gulwe, einer kleinen Station der Zentralbahn, wo am Fuße der schroffen Südhänge der Kiboriani-Berge ein flaches, dicht besiedeltes Hügelland sich breitet, liegt in etwa 1010 m Höhe ü. d. M. das Bezirksamt Mpapua. Hier nahmen wir einen mehrtägigen Aufenthalt, um die für den letzten Teil der Expedition von neuem notwendig gewordenen Vorarbeiten zu treffen, wobei uns die Herren der Station, Bezirksamtmann Sperling und Sekretär Versch, in der freundlichsten und wertvollsten Weise unterstützten.
Während Herr Geheimrat Meyer am 2. November Mpapua verließ, um sich in die Heimat zu
Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 6.
Süd-Ussagara.
R. Houy.
und die Bildertafel 6.)
begeben, traten Herr Oberleutnant T i 11 e r und ich drei Tage später nach Beendigung unserer Vorbereitungen den Marsch nach dem südlichen Ussagara an, um in seine trotz der Nähe der Zentralbahn noch wenig bekannten Bergländer, die von den Eingeborenen zusammen schlechtweg Rubeho-Bergc, „Kalte Berge", genannt werden, einzudringen. Ihre nähere Erforschung und kartographische Aufnahme war die Aufgabe für diesen letzten Abschnitt der Hans Meyer'schen Expedition.
Das ganze Süd-Ussagara wird durch zwei Flüsse, den Mtschasima und den Romuma, in zwei Hälften, eine westliche und eine östliche, geschieden. Beide Flüsse entspringen nahe beieinander im Her-
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