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lassen sich um den halben Kraterzirkus herum verfolgen, andere setzen nach wiederholtem Auskeilen immer wieder auf. Nur an wenigen Stellen sind die Schichten folgen durch Verwerfungen unterbrochen, an denen ein Segment des Bergkegels ein Stü^k eingesunken ist; und nur einen einzigen großen Defekt zeigt, soweit ich sehen konnte, der Schichtenbau an der NNW-Seite der Kraterwände, wo ein mächtiger Keil ziemlich homogenen helleren Gesteines in die rechts und links von ihm plötzlich abbrechenden Schichtensysteme eingefügt ist. Dort hatte einst entweder eine Explosion oder die Erosion eine tiefe Scharte in die Bergflanke gefurcht, die nachher durch einen Lavastrom wieder ausgefüllt worden ist. Im übrigen ist der Kegelmantel hier oben nur an sehr wenigen Stellen durch die zentralen Kräfte aufgerissen worden, nur wenige und relativ schmale Gänge mit heller Gesteinsfüllung durchschneiden die Schichten und Bänke in vertikaler Richtung; der mächtigste auf der Westseite, aber auch er nur einige Meter breit.
Aus der Gestalt und dem Bau des Kraterzirkus,
seiner Wände und seines Bodens einen sichern Schluß auf die Beschaffenheit des tieferen, unsichtbaren Kraterschlotes ziehen zu wollen, wäre voreilig, aber wahrscheinlich weisen die übergroße Steilheit seiner Wände, die auch durch die fortwährenden Abbrüche nicht gemildert wird, weil der Trümmerschutt offenbar durch die untere große Randkluft in die Tiefe rutscht, und ferner der ebene Boden, der nicht durch Staffelbildung nach der Mitte zu in größere Tiefen absetzt, sondern gleichmäßig als Ganzes einsinkt, daraufhin, daß der Schlot nach unten sich nicht alsbald trichterförmig verengt, sondern noch weit hinab seine fast senkrechten Wände beibehält. Ob darunter noch ein Magmaherd liegt oder ob er bis auf einen Rest erschöpft ist, der die Solfatarentätigkeit verursacht, wage ich nicht zu sagen. Nach Analogie anderer Vulkane ist zu vermuten, daß der jetzt im Solfatarenzustand befindliche Vulkan seinem gänzlichen Verlöschen nicht fern ist oder doch nur, wie schon öfter, zeitweise in Stromboli- tätigkeit übergeht.
4.
Das Muwissi- und Gäharogebirge in West-Ruanda.
Von Hans Meyer. (Dazu die Karte II und die Bildertafeln 4 u. 5.)
Auf den amtlichen Karten von Deutsch Ostafrika I : i Million und I : 300 OCO fand man bisher im südwestlichen Ruanda unter etwa 2° 35' s. Br. westlich von der katholischen Missionsstation Issawi ein ausgedehntes Gebiet, das sich durch seine helle Farbe, seine fragmentarische Terrainzeichnung und seine gestrichelten Flüsse als noch unerforscht, noch nicht aufgenommen kennzeichnete. Der nordsiidlicheOberlauf deseinenNil- quellflusses, des Akanjaru, an dem die Routen von Ramsay (1897) und von Kandt (1898) entlang führen, teilt das Gebiet in zwei ungleiche „Hälften"; östlich vom Akanjaru steht auf der Karte 1 : 300 OOO „M u - wissi-Gebirge, hohe steile kahle, unbewohnte Berge, vielfach nackter Fels anstehend", dazu ein paar Berg- und Flußnamen; und westlich vom Akanjaru ein zwei- bis dreimal größeres, ganz hypothetisches „hohes, zerklüftetes Bergland mit hochstämmigem Urwald, in den Tälern viele Bananen", dazu drei Bergnamen Gawe, Njarugoge und Gaharo mit der Zahl „etwa 2800 m" und viele gestrichelte, teilweise benannte Flüßchen, die nach Westen, zum Großen Zentralafrikanischen Graben abfließen. Nach Norden fließt der Rukarara, der Quellbach des Nja-
warongo, in dem R. Kandt 1898 das Caput Nili gefunden zu haben glaubte, nach Süden der Quellbach des Ruwuwu, in dem O. Baumann 1892 den Ursprung des Nil entdeckt haben wollte. Das Ganze offenbar die höchste Erhebung des östlichen Randgebirges des Großen Zentralafrikanischen Grabens, aber unbekannt bis auf 'die wenigen Routen von Baumann, Ramsay, Kandt, v. Ledebour, die es an seiner Peripherie umziehen. Nur durch die südlichen Muwissiberge ist Ramsay 1897 e * n Stück weit gekommen.
Um diese beiden unbekannten Gebirgsmassive näher zu untersuchen und aufzunehmen, beschloß ich nach dem Besuch beim Ruandakönig Msinga Juhi in Njansa, im August 1911, von der Missionsstation Issawi im Nordosten her die Muwissiberge zu queren und dann westwärts nach dem der Karte nach mittelsten und höchsten Gipfel des Randgebirges aufzusteigen, um von dort einen Überblick über das unbekannte Bergland zu gewinnen. Dieser Plan konnte in der kurzen Zeit vom 31. August bis 9. September ausgeführt werden, da sich uns keine außergewöhnlichen Schwierigkeiten entgegenstellten.
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