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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
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2. Ein Meßtisch (Weiß - Sprenger) m i t dazugehöriger kleiner Kippregel.

Es war beabsichtigt, dort, wo es die Zeit ge­stattete, die Routen durch flüchtige Meßtischauf­nahmen zu erweitern und zu unterstützen. Der bisher allgemein übliche Peiltisch nebst Diopter war für diese Zwecke unzureichend, der bei der Preußi­schen Landesaufnahme gebräuchliche Meßtisch mit Kippregel zu umfangreich und zu schwer, so daß der nach den Angaben des Hauptmanns Dr. Weiß von der Firma Julius Sprenger, Berlin, fertiggestellte Meßtisch mit kleiner Kippregel gewählt wurde. Die Abmessungen der Meßtischplatte liegen gerade in der Mitte zwischen denen des Peiltisches und denen der Meßtischplatte der Preußischen Landesaufnahme. Das Stativ ist stabil und dabei doch leicht und handlich. Der Hauptvorzug der leichten Kippregel besteht, abgesehen von einem sehr guten Fernrohr, in einer Vorrichtung, die es gestattet, sowohl die Winkelwerte als auch gleichzeitig die Langenten ab­zulesen. Hierdurch ergibt sich, vorausgesetzt, daß durch Vorwärtsabschnitte oder sonst irgendwie die Entfernungen bekannt sind, die Möglichkeit, sofort

die Höhenunterschiede an Ort und Stelle festzustellen, wodurch die Topographie erheblich beschleunigt wird.

3. Drei vierkantige Routen-Kom­passe (Sprenger) mit Diopter.

4. Zwei Schmalkalder Peilbussolen (Carry, London).

5. Fünf Aneroide (Bohne) Nr. 647, 649, 1837, 2204, 5002; kompensiert. Von den Aneroidcn wurden während der Reise drei unbrauchbar.

6. Ein Siedethermometer-Apparat (v. Dankelman), mit drei dazu gehörigen Siede­thermometern Nr. 339, 489, 797.

7. Zwei Paar Schleuderpsychro- meter (Fueß) Nr. 3427, 3428; und mehrere ein­lache Q u e c k s i 1 b e r t h e r m o m e t e r.

8. Zwei Paar Maximum-Miniraum- thermometer (Fueß) und ein Insolation s- S c h w a r z k u g e 11 h e r m ometer (Fueß).

9. Ein Aßmann'sches Aspirations- Psy­chrometer (Fueß) Nr. 422.

10. Ein Stahlmeßband (Sprenger) von 30 m Länge.

B. Die topographischen Karten.

Von M. Moisel.

Die topographische Ausbeute der Expedition besteht aus 5 Routenbüchern, 1 Protokoll für photo- grammetrische Aufnahmen über 38 Stationen und 116 Platten, 10 Peil- und 2 Meßtischblättern. Zu diesen von Oberleutnant T i 1 1 e r ausgeführten Ar­beiten kommen noch eine Skizze des Kihonde-Sees und zahlreiche kleine Terrainskizzen von Geheim­rat M e y e r.

Routen wurden aufgenommen in dem Gebiet zwischen Victoria-See und Tanganjika in den Land­schaften Karagwe, Ruanda und Urundi; zwischen den Missionsstationen Mujaga und Friedberg an der Grenze vonUjogoma undUjungu; und inderLandschaft Ussagara. Die Routenaufnahmen beginnen in Bukoba am Victoriasee (cf. die Übersichtskarte) und finden in der deutschen Regierungsstation Usumbura, am Nord­rande des Tanganjika ihren ersten Abschluß. An drei Stellen dieses Reiseweges, auf den Strecken Ruasa Lubengera am Kiwu, Gaschali Maschingafluß und KirindaIssawi ist mit den Routenaufnahmen aus­gesetzt worden, da hier die genauen photogram metri­schen Messungen und topographischen Aufnahmen des Oberleutnants W e i ß aus dem Jahre 1907 1 ) und

r ) Das Vulkangebiet in zwei Blättern bearbeitet von Ober­leutnant Weiß 1 : 100 000. Wissenschaftliche Ergebnisse der-

die astronomischen, trigonometrischen und detail­lierten topographischen Arbeiten der unter Führung von Hauptmann a. D. Herr mann 1901/02 tätig gewesenen Kiwusee-Grenzexpedition erneute Wege- aufnahmen erübrigten.

Auf diesen ersten Reiseabschnitt entfallen 1 [ von den 38 photogrammetrischen Stationen mit zusammen 26 Aufnahmen. Sie beziehen sich fast alle auf die Wegestrecke IssawiGäharoberg und nur eine ist auf einer anderen Route, in der Nähe der Missionsstation Iruwuru, gemacht worden. Mit dem Meßtisch wurde am Burigisee und mit dem Peiltisch auf dem Rumaramagambo bei Ruasa und auf dem Gaharo im Ruanda-Randgebirge gearbeitet.

Der zweite Routenteil Tillers, die Strecke Mu­jagaFriedberg, umfaßt nur 6 Tagemärsche; er diente hauptsächlich der Festlegung des langen, vom Südwestufer des Victoriasees zum nördlichsten Mlagarassi-Knie streichenden Plateauabfalls, der die Bergländer Urundi und Nord-Ujungu von dem zen= tralen Tafellande des Schutzgebietes scheidet.

In der Landschaft Ussagara endlich wurden die

Deutschen Zentralafrika-Expeditton 19071908. Berlin. Lith. und Druck durch die Kart. Abt. der'nigl. Preuß. Landes­aufnahme.