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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
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Die Karten. A. Die kartographischen Aufnahmen.

Von Oberleutnant Till er.

Das fernste Ziel der 5. Ostafrika-Expedition des 1 ferrn Geheimrat H a n s M cyer waren die Virunga- Vulkane und der Kiwusee. Es galt, dieses Gebiet, auf möglichst neuen, noch wenig begangenen Wegen zu erreichen und auf der ganzen Route neues Material für die Kartographie Deutsch-Ostafrikas zu gewinnen. In erster Linie kamen in Betracht die Gebiete zwischen dem Ikimba- und dem Burigisee einschließlich, hieran anschließend der Aufstieg zum Karagwe-Hochland, der Kagerafluß bei der Migera- fahre und die Gebiete westlich davon in der Rich­tung nach dem Mohasisee. Bei dem weiteren Vor­marsch konnten wir die von Herrn Hauptmann Dr. Weiß bearbeitete Karte der Virunga-Vulkane in 1 : IOO 000 vervollständigen.

Eingehender wurde dann noch das Gebiet süd­westlich der Missionsstation Issawi bis zu den Gäharo- Gabge-Bergen bearbeitet, ferner die Route durch Nordwest-Urundi über das Russigagebirge bis in die kussissiniederung und der Weg von der Missions­station Mujaga in Zentral-Urundi durch Nord-Uha nach Ussambiro (Njatakara); schließlich die Reise von Gulwe durch Süd-Ussagara bis nach Kilossa.

Eine Verwendung des Phototheodoliten war während der ganzen Reise durch Bukoba, Ruanda und Urundi außerordentlich erschwert, da gerade in dieser Jahreszeit im ganzen Lande die Luft dunstig war, wohl in erster Linie von den überall lodernden Grasbränden. Diese Dunstnebel waren oft derart stark, daß es z. B. bei den Meßtischaufnahmen des Burigisees oft nur möglich war, den Standort des Meßtisches um wenige IOO m zu verändern. Nur in dem Gebiete zwischen der Missionsstation Issawi und den Gaharo - Gabgebergen konnten unbe­hinderte photogrammetrische Aufnahmen gemacht werden, die, abgesehen von der Bestimmung von Bergkuppen, in erster Linie eine größere Genauig­keit der Routen ermöglichten und den Kartographen bei der Konstruktion der Karten wesentlich unter­stützten.

Die Grundlage für die Kartographie bleiben zu­nächst noch die R o u t e n a u f n a h m e n , die durch maßstabsgerechte Meßtischaufnahmen, durch flüchtige Pciltischaufnahmen und Skizzen ergänzt werden.

Der Burigisee selbst ist im Maßstab 1 : 100000 aufgenommen. Die Meßtischaufnahme hat ergeben, daß die Ausdehnung des Sees keine große Änderung

erfahren hat, während die Linien des Sees an vielen Stellen andere geworden sind. Infolge der Diesig­keit der Luft war es nur möglich, die unmittelbar am See liegenden Höhen mit aufzunehmen. Ab­gesehen von den aneroidisch festgestellten Stand­höhen, wurden die umliegenden Höhen mit der Kippregel ,,Weiß-Sprenger" ermittelt.

Von dem Kihonde- (Kihonda-) See, den bisher keine Karte enthalten hat, konnte nur eine flüchtige Peiltischaufnahme der nach Süden vorspringenden Zipfel hergestellt werden. Leider war es nicht möglich, bei dem immer nur ganz kurze Zeit Teile von Minuten sichtbaren See, der sich noch weit in nordöstlicher Richtung zu erstrecken scheint, die nach Norden liegenden Teile auf den Peiltisch zu bekommen.

An Instrumenten standen zur Verfügung: 1. Ein Phototheodolit. Mit Rücksicht auf die guten Erfahrungen, die Hauptmann Weiß gelegentlich der Innerafrika- 1907/08 auf dem Gebiete der Photo­gemacht hatte, entschloß sich auch Meyer zur Mitnahme eines Photo- Von der Beschaffung des Zeiß'schen Präzisionsphototheodoliten wurde mit Rücksicht auf die hohen Kosten, die sich bei dieser kurzen For­schungsexpedition kaum hätten rechtfertigen lassen, abgesehen. Der nach Angaben des Hauptmann Weiß bei der Firma Carl Bamberg, Friedenau, speziell für Forschungsreisen konstruierte Phototheodolit war zur Zeit der Ausreise leider noch nicht fertiggestellt, so daß auf das seinerzeit schon von Weiß benutzte In­strument zurückgegriffen werden mußte. Die Kon­struktion dieses Phototheodoliten verbot von vorn­herein die Aufnahme von exakten Meß-Stereogrammen. Es konnte also lediglich die einfache Photogrammetrie zur Ausübung kommen; dies um so mehr, als die Expedition ein sehr flottes Marschtempo innehalten mußte.

Leider standen für das ganze Süd-Ussagara- gebiet keine Fixpunkte zur Verfügung, mit Aus­nahme der Zentralbahn, an die auch angeschlossen worden ist. Bei den Meßtischaufnahmen war es nicht immer möglich, eine genaue Basis zu schaffen, so daß die Auswertung des photogrammetrischen Materials nicht ganz in erwünschter W T eise vor sich gehen konnte.

expedition grammetrie Geheimrat theodoliten.