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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
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1.

Aufgaben, Route und Ergebnisse der Reise.

Von Hans Meyer. (Dazu die Ubersichtskarte.)

Uber den Verlauf meiner im Sommer und I I erbst 1911 ausgeführten fünften ostafrikani- schen Reise habe ich bereits in großen Zügen an anderer Stelle berichtet (Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten", 24. Band, 4. und 5. Heft , undZeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde" zu Berlin 1912, Nr. 2). Ich kann mich deshalb hier auf eine kurze Übersicht über die Reise­route und über die Ziele und Resultate der Forschung beschränken, indem ich zu­gleich darauf hinweise, daß eine zusammenhängende Darstellung der Expedition und ihrer Ergebnisse im Werke ist, die in Buchform mehrbändig erschei­nen soll und voraussichtlich in zwei Jahren abge­schlossen sein wird.

Was wir im vorliegenden Heft bringen, sind einige Rciscresultate, die fast lauter Neues enthalten und darum möglichst bald veröffentlicht werden müssen, ehe sie vielleicht von anderen überholt werden. Es sind vor allem die kartographi­schen Auf n a h in c n mehrerer Gebiete, die bis­her noch nicht erforscht und noch nicht aufgenom­men waren. Zu den beiden ersten dieser Karten (Burigisec und Muwissi-Gaharo-Gebirge) habe ich zusammenfassende Darstellungen dieser zum erstenmal erforschten Gebiete gegeben, während die zur Tillerschen Karte von Süd-Ussagara gehörende Schilderung Süd-Ussagaras, das ich nicht mitbereist habe, von den Herren Tiller und Houy verfaßt ist. Den neu entdeckten kleinen Kihondesee in Südost- Ruanda habe ich im Anschluß an die Schilderung des Burigisees kurz beschrieben und eine Karten­skizze eingefügt, die aus der Tillerschen Routen­aufnahme und meinen Beobachtungen zusammen­gesetzt ist. Ferner habe ich aus unserm nörd­lichsten Reisegebiet, den Virunga-Vulkanen am Kiwu-See, eine Studie über den noch tätigen Nira- gongo hinzugefügt, weil dieser Vulkangruppe wahr­scheinlich bald eine eingehende Detailschilderung in den wissenschaftlichen Bänden des Reisewerks des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg ge-

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 6.

widmet werden wird. Schließlich habe ich auf der Ubersichtskarte des Reisegebietes die von der Route durchzogenen Vegetationsformationen eingetragen.

Unsere Höhenmessungen, die von Herrn Dr. Wedemeyer in der Nautischen Abteilung des Reichs-Marine-Amts berechnet worden sind, wur­den bei der Kartenkonstruktion mit verarbeitet. Ferner veröffentliche ich hier die Übersichtslisten der von mir angelegten geologischen und bo­tanischen Sammlungen und einen Bericht über die von Herrn Dr. Houy gesammelten zoologi­schen Objekte sowie über seine auf der Reise ge­machten zoologischen Beobachtungen, während die eingehende Beschreibung der aus diesen Gebieten noch nicht bekannten Gesteine und der neuen Arten von Pflanzen und Tieren den betreffenden wissen­schaftlichen Bänden des späteren Reisewerkes vor­behalten bleibt. Einen Teil der Sammlungen be­trifft auch die am Schluß abgedruckte Arbeit des Herrn Professors Neumann-Hamburg über die von mir mitgebrachten Gehörne von Watussi-Rindern aus dem Zwischenseengebiet, wozu Herr Prof. Neu­mann noch anderes Material herangezogen hat.

Der Zweck der Reise war ein mehrfacher. Vor allem fühlte ich das Bedürfnis, die Kenntnis und Anschauung von Ostafrika, die ich mir auf vier vorherigen Reisen im deutschen, britischen und portugiesischen Gebiet (1887, 1888, 1889, 1898) er­worben hatte, möglichst zu erweitern und zu ver­tiefen, und namentlich im deutschen Ostafrika das weitere Innere mit den drei großen Seen, Victoria-, Kiwu- und Tangaujika-See, kennen zu lernen. Dort war es hauptsächlich eine Reihe von noch sehr wenig oder gar nicht erforschten Landstrichen, die ich mir zum Ziele steckte: so die südwestlich von Bukoba sich nach Süden erstreckende unbewohnte Wildnis von Thangiro mit dem Burigisce. die von den Karawanen immer im Norden oder im Süden umgangen wird; ferner die westlich von der Migera-Fähre des Kagera beginnende südöst­lichste Landschaft Ruandas, die auf der