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Ergebnisse einer Reise durch das Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911 : mit Beiträgen mehrerer Fachmänner, 8 Bildertafeln und 4 farbigen Karten / von Hans Meyer
Entstehung
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Die Ihängiro-Senke und der Burigisee. - Der Kihondesee.

Von Hans Meyer. (Dazu die Karte I und die Bildertafeln 1 und 2.)

Zwischen clor Westküste des Victoriasees und rictitungen. haben:

dem Zentralafrikanischen Graben (Kiwu-Tangän-'

jika) breitet sich das Zwischenseenpl a t e a u

aus. Geologisch betrachtet, ist es ein Tonschiefer-

Quarzit-Plateau im Osten, ein kristallines Schiefer­gebirge im Westen, tektonisch ein Bruchschollen-

land. Das östliche Drittel des Plateaus zwischen

dem Victoriasee und der südnördlichen Laufstrecke

des Kagera wird von drei meridional verlaufenden,

relativ schmalen Schollen gebildet, zwei hohen und

einer niedrigen: i. der hohen Küstenrandscholle im

Osten, die wieder durch das schmale Ngono-Tal

in zwei Parallelstreifen zerteilt wird; 2. der ganz

ähnlichen, gleich hohen Plateauscholle von Ka-

ragwe im Westen, und 3. der zwischen diesen beiden stellenweise mehr als 500 m über dem Vic­toriasee (1135 m) aufragenden Horsten liegenden Grabensenke von Ihängiro, die in ihren Niederungen von mehreren Seen und Sümpfen besetzt ist und eine mittlere Höhe von etwa 1300 m hat. Ich nenne die Senke auch Nieder- Ihängiro im Gegensatz zu dem das angrenzende östliche Plateau einnehmen­den H o c h - Ihängiro, das mit jenem zusammen einen politischen Bezirk bildet und nördlich an die Landschaft Kjanja, südlich an Ost-Ussuwi grenzt.

Es muß aber gleich hier bemerkt werden, daß der exakte geologische Beweis für die Graben­natur der Ihängiro-Senke,. der doch darin bestehen würde, daß dieselben Schichten, die oben am Rand der Plateaustufen ausstreichen, auch unten auf dem Boden der Senke konstatiert werden, noch nicht er­bracht ist. Ich habe zwar Quarzite, wie ich sie auf den östlichen und westlichen oberen Stufenrändern der Senke beobachtet habe, auch an mehreren Stellen auf der Sohle der Senke gefunden (Gesteinsliste Nr. 16, 20, 21, 38, 39), aber noch öfter Tonschiefer (Nr. 22, 24, 25, 30, 33, 36), wie er in den tieferen Höhenlagen der beiderseitigen Plateaustufen an­steht, und mürbe tonige Sandsteine oder sandige Schiefer, die aber möglicherweise aus den Quarziten durch Verwitterung und spätere Wiederverkittung entstanden sind (Nr. 28, 29, 32, 35, 37). Auch spricht es für einen tektonischen Einbruch, daß auf den beiden Plateaus im Osten und Westen der Senke die Schiefer- und Quarzitschichten ungestört liegen und beiderseits gleichmäßig mit 10 bis 15° nach Nordwesten einfallen, während unten auf der Sohle der Ihängiro-Senke die Schichten an vielen Stellen stark gestört sind und verschiedene Einfalls-

Ani Südende des [kimba-Sees OstWest, Einfall N 40 0 ; in Mittel - Ihängiro SüdNord, Einfall Ost 1020° oder SONW, Einfall steil Nordost. Auch das Vorkommen von Reibungsbreccien südlich von Ndama (Nr. 27) deutet auf tektonischen Einbruch. Immerhin sind dies noch keine zwingenden Beweise.

Der morphologische Befund hingegen spricht durchaus für die Grabennatur dieser Senke, denn wir kennen unter den gestaltenden Kräften der Erdoberfläche keine andere, die in einem Gebiet von ungefaltetem Schichtenbau parallele, unzer- schnittene Steilwände von 150 und mehr Kilometer Länge und fast ganz geradlinigem Verlauf mit dazwischenliegender, bis 300 m tieferer Senke schaffen könnte, als den tektonischen Einbruch.

Etwas anderes ist es mit der langen Plateau­stufe, die das große Zwischenseengebiet östlich zum Yictoriasee hin und südlich gegen die Granitland­schaften Usindja und Ussumbwa begrenzt, dort auf der großen Strecke von der Kageramündung im Norden bis zur Kimoanibucht im Süden die h o h e steile Westküste des Victoriasees mit nur schmalem Vorland bildet und in ganz ähnlicher Gestalt von der Kimoanibucht südwestwärts tief ins Land hinein zieht. Auch diese ganze Stufe habe ich nach den bisherigen Schilderungen für eine tek- tonische Bruchstufe gehalten (vgl.Das Deutsche Kolonialreich", Bd. I, S. 283). Die nähere Be­arbeitung meines Beobachtungs- und Sammlungs­materials aber lassen mich einer anderen Auffassung zuneigen. Wenn dieser ganze lange Steilabfall eine Bruchstufe wäre, müßte dasselbe Gestein, das oben in der Stufe ausstreicht, am Fuß der Stufe seine nur durch die Dislokation unterbrochene Fort­setzung finden. Das ist aber nur auf der Nord­strecke der Fall. Hier kann man die östlich von Bukoba gelegene Inselreihe BukerebeBumbire Iröba, die ebenfalls aus Tonschiefer und Ouarzit besteht, für eine allgetrennte Scholle des Rand­plateaus ansehen, aber die südlicheren Inseln vor der Südwestküste, wie Ikussa, Luwondo, Meissome, sind nach Gagels Geologischer Karte von Ostafrika Granit, und Granit ist südwestlich von ihnen das niedere Vorland der Tonschieferplateaustufe, die von der Kimoanibucht an vom See nach Südwest zurücktritt und den Ostabfall von Ost-Ussuwi bildet. Und auch noch weiter südlich, in Nord-Uha, habe ich, von Westen her kommend, den östlichen