Die Einführung der Reformation.
33
dessen Schutz die Wurster sich gestellt hatten. Die Besorgnis, daß die Landsknechte demnächst auch gegen Bremen bestimmt seien, wurde lebhafter und man arbeitete aufs neue an den Festungswerken der Stadt. Jetzt wurden auch die beiden nahe vor den Thoren gelegenen Kapellen St. Michaelis und St. Johannis des Nackten niedergebrochen, eine That, die der wegen des Paulsklosters erhobenen Klage neue Nahrung und Stärke gab.
Inzwischen ließ der Erzbischof, während seine Knechte noch im Lande Wursten lagen, den Rat nochmals zu einer Unterhandlung nach Basdal laden. Man fand dort mit den gesamten Ständen des Stifts, dem Domkapitel, den Prälaten, der Ritterschaft und den Städten Stade und Buxtehude auch des Erzbischofs Bruder Herzog Heinrich von Braunschweig. Namens des Erzbischofs wiederholte hier Dr. Kilian König die seit zwei Jahren oft erörterten Klagen. Neu war allein seine hier zum ersten Male gehörte Behauptung, der Rat maße sich die bischöfliche Gewalt an. Die Ratssendeboten blieben die Antwort nicht schuldig. Gegenüber dem neuen Angriffe zogen sie zum ersten Male ein neues Argument der Verteidigung an, indem sie, unter Hinweis aus Schriftstellen, die Behauptung vertraten, das Wort Gottes zu predigen sei frei und dagegen könne keine Rechtssatzung und Verjährung vorgewendet werden. Nach langen, brieflich sortgesetzten Verhandlungen kam man endlich dahin überein, den Austrag der Streitigkeiten einem Schiedsgerichte zu überweisen, das Herzog Heinrich und die Städte Lübeck, Hamburg und Lüneburg bilden sollten.
Wenn dadurch im Augenblick der Friede gesichert schien, so wurde doch das bremische Gebiet gleich daraus wirklich von den Landsknechten überfallen, die aus dem Lande Wursten zurückkehrten. Der wolgerüsteten Stadt freilich konnten sie nichts anhaben, aber in den nmliegenden Dörfern hausten sie mit Feuer und Schwert und bei Arsten kam es gar zu einem