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dort aufsteigen ließ aus der dunklen Tiefe zu den lichten Höhen, bis daß Denkmale des himmlischen Lebens dem Grabhügel gegenüberstehen, unter dem ein gefallener Streiter ruht." Die Erfüllung jener Gebete und diese Denkmale standen oor mir als ein Zeichen, daß der treue Gott das Vertrauen seiner Knechte belohnt hat, zugleich aber auch als eine Mahnung, daß wir mit gleicher Glaubenskraft und Opferfreudigkeit ihre Arbeit fortführen sollen!
Nach dem Missionsfeste brach für mich der letzte Tag im Ewe-Lande an. In der Frühe machte ich dem Pekikönig noch einen Besuch, um den Besitz des Landes, auf welchem das erste Haus norddeutscher Missionen in Afrika gestanden hat, und das erste Grab hatte gegraben werden müssen, unserer Mission zu sichern. Dann geleiteten uns die Christen von Blengo bis zum Nachbarorte Ävetile, der bisher mit Blengo zu einer Kirchengemeinde verbunden ist, nunmehr aber nach Errichtung einer Schule gerne selbständig werden möchte. Es gab hierüber noch eine lebhafte Verhandlung, da wegen der Baupflicht keine sofortige Entscheidung getroffen werden konnte. Kurz hinter Avetile kamen uns schon die Christen von unserer am meisten westlich gelegenen Außenstation Dzake entgegen. Dort nahm ich dann dankbar bewegten Herzens Abschied von der Ewe- gemeinde mit der Mahnung des Apostels Paulus (Eph. 6, 10): „Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Kraft seiner Stärke!" Gegen Mittag zogen wir weiter gen Westen dem Volta zu.
13. Vom Volta bis zur Elbe.
Unter dem Titel „Von der Elbe bis zum Volta" hat mein teurer Vorgänger D. Zahn die sechs ersten schweren Arbeitsjahre der Norddeutschen Mission in West-Afrika geschildert. Am 17. März 1847 waren die vier ersten Boten, Wolf, Bult- mann, Grafs und Flato von der Elbe nach dem Gabunsluß abgesegelt. Am 5. Mai landeten sie in Cap Coast und fanden freundliche Aufnahme bei dem wesleyanischen Missionar Freemann, einem Mulatten. Bultmann und Wolf unternahmen eine Untersuchungsreise an den Gabun. Bultmann wurde dort am 5. Juni vom Fieber dahingerafft, und Wolf mußte, da der französische Gouverneur die Niederlassung verbot, unverrichteter Sache nach Cap Coast zurückkehren. Hier war unterdessen am 14. Juni Flato den Einflüssen des Klimas erlegen. Fürwahr, ein schwerer Ansang! Die beiden Brüder siedelten nach