Druckschrift 
Ein Besuch auf dem Missionsfelde in Togo / Von A. W. Schreiber
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

8. Zum Aguberge.

Am frühen Morgen des 16. Dezember herrschte reges Leben nuf dem StationsPlatz in Ho. Die Lehrer und Nettesten, die Gemeindeglieder und Schüler, auch die Häuptlinge, alle waren gekommen, um mich znm Abschied noch einmal zu grüßen. So mußte ich gleich oor vielen Augen meine nicht allzngroßen Reit­künste zeigen. Missionar Schvsser aus Amedzowe hatte mir eins seiner Pferde geschickt, so daß ich von nun an abwechselnd in der Hängematte und zu Roß reisen konnte. Es war eine Freude, bei der angenehmen Morgenluft durch die wellige Gegend zu reiten. Nach I V 4 Stunden hatten wir die Anßenstation Kpengoe erreicht, wo ich eine kurze Schnlprüfnng hielt und die etwas säumige Gemeinde ermähnte im Anschluß an das Wort:Seid nicht träge, was ihr tun sollt!" Eine besondere Ueberraschung erlebten Bruder Salkowski und ich in Akowieve, der nächsten Anßenstation. Als wir mit den Christen Gruß und Gegengruß ausgetauscht hatten, kam der heidnische Häuptling mit seinen Ratsleuten und brachte mir aus eigenem Antrieb 40 ^ als Missionsgabe seines etwa 50 Hütten zählenden Dorfes. Dieses Geschenk erfreute mich um so mehr, als ich sah, daß hier der Götzendienst offenbar noch sehr im Schwange ist. So standen z. B. an den Ansgängen des Dorfes Tore aus großen Bambus- stangen, an denen allerlei Gefäße mit Opfergaben befestigt waren. Der weitere Weg führte teilweise durch herrlichen Wald und bot nach Westen herrliche Blicke nuf die Berge des Ovatime- landes. Kurz vor unserem Ziele mußten wir den Todzi über­schreiten, der den Trägern fast bis an den Leib ging. In Nyive glücklich angelangt, trafen wir Missionar Diehl, der mich weiter zum Agu geleiten sollte. Wir fanden in einem leeren Hause Unterkommen. Freilich bot die Hütte nur für ein Feld­bett Raum, so daß die Brüder unter dem vorspringenden Dach ihr Lager aufschlugen. Am Abend und am andern Morgen: gab es allerlei Verhandlungen mit den Leuten, denen ihr neuer Lehrer vorgestellt wurde, für welchen auf denn bereits erworbenen Grundstück ein Haus errichtet werden mußte. Bruder Diehl und ich überließen die Beendigung dieses Palawers Bruder Salkowski und erreichten über Kp'atove, wo die Katholiken eine Hauptstation errichten wollen, unterwegs von den Tauf- bewerbern aus Klonn begrüßt, bis zur Mittagszeit Tove- Dzigbe, die erste Anßenstation im Agu - Bezirke.' Die Arbeit hat erst seit sechs Monaten hier begonnen, aber, wie ich mich überzeugte, einen erfreulichen Anfang gemacht. Der kleinen