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Ein Besuch auf dem Missionsfelde in Togo / Von A. W. Schreiber
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auf dem ganzen Gehöft, keine Tünche falscher Kultur, sondern eine gesunde Aneignung und Uebertragnng europäischer Verhält? nisse in die afrikanischen. Gleich den Missionaren hat die Familie Newell auch eine ganze Reihe Hanskinder, die sie trefflich er­ziehen. Ein solches Haus ist ein Segen für die Gemeinde. Die­selbe ist erst 1898 begründet und wird seit 190l von Pfarrer Newell bedient, zählt aber bereits 78 Seelen und hat am vierten Advent v. I. eine völlig aus eigenen Mitteln hergestellte Kapelle für über 400 Personen eingeweiht. Am 16. Januar erreichten wir bis mittags halb zwei Uhr wohlbehalten Amedzowe.

Bald nach uns kam Missionar Rösler, der noch in Boüm gewesen war, um die dortigen Verhältnisse unter denselben Ge­sichtspunkten festzustellen, die für die Beurteilung der anderen Basler Anßenstationen maßgebend gewesen waren. Auf Grund unserer an jedem Neiseabend gemeinsam verfaßten schriftlichen Aufzeichnungen glaubten wir in ausführlichen Besprechungen am 17. Januar das Ergebnis der Reise folgendermaßen fest­stellen zu können. Im Kpando-Bezirk mit fünf Stationen sowie in der Landschaft Alafanyo mit einer Station wird nur Ewe und kein Tschi gesprochen. In der Landschaft Nkonye mit zwei Stationen, wo die Guangsprache herrscht, wird das Ewe gegen­über dem Tschi als Verkehrssprache die Oberhand gewinnen. Unter diesen Verhältnissen dürfte auch in der nördlichsten Land­schaft Boöm das Ewe vordringen. Hier werden jetzt fünf Sprachen gesprochen werden, darunter Tschi, das auch in den anderen Bezirken jetzt noch, je nach ihrer Lage, besser verstanden wird als Ewe. Indessen muß Ewe, nicht Tschi, die Missions-, spräche für den ganzen Voltabezirk sein.

11. Konferenzen in Amedzowe.

Vor und nach der Reise ins Hinterland habe ich in Amed­zowe eine Reihe wichtiger Konferenzen gehalten. Die Konfe­renzen mit den Missionaren, Lehrern und Aeltesten wiederholten sich auf allen Stationen, während die Seminar- und General- Konferenz der Natur der Sache nach nur einmal stattfand.

Auf den Lehrerkonferenzen in Keta, Ho und Amed­zowe war der Hanptgegenstand der Beratung die Frage:Was kann geschehen, um unsere jungen Lehrer vor sittlichen Gefahren zu bewahren?" Der Stand der Sittlichkeit ist beim Ewevolke ein tiefer. Unsere jungen Lehrer, die zwischen der ersten und zweiten Prüfung bis jetzt noch unverheiratet blieben, waren vielen Gefahren ausgesetzt; gar mancher ist zu Fall gekommen