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Seine Worte wurden mir von Lehrer Kristian Aliwodzi in fließendem Deutsch wiedergegeben. Dazwischen erklangen in fremden Lauten, aber in ihren vertrauten Melodiken die Lieder „Die Sacks ist dein, Herr Jesu Christ" und „Ein' feste Burg ist unser Gott." Darauf betrat ich tiefbewegten Herzens die Kanzel der Ketakirche. Wieviel Gnade Gottes, wie viel hingebende Liebe und Arbeit daheim und hier draußen, wie viel Opfer sind erforderlich gewesen, bis diese Kanzel im Heidenlande errichtet werden konnte! Mein Abschiedswort von der Bremer Missionsgemeinde war mein Willkommensgruß an die Ketage- meinde und das ganze Ewevolk: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen." Nachdem Br. Däuble meine Äorte übersetzt hatte, hielt der Katechist David Besä die letzte Ansprache und das Schlußgebet. Zwischendurch wurde gesungen „Du stärkest selbst als Weizenkorn" und „Der Herr ist gut." Nach dem Segen wurde noch angestimmt: „Die wir uns allhier beisammen finden." Es war eine köstliche, reich gesegnete Begrüßungsfeier, der viele ähnliche Versammlungen gefolgt sind. Die frischen Lieder, die gespannte Aufmerksamkeit, die lebhaften Ansprachen der eingeborenen Lehrer waren ein lauter Beweis für den Erfolg der Missionsarbeit und ein Unterpfand, daß auch für die Sklavenküste der Tag kommen wird, von dem Krnmmacher singt: .
O des Tags der Herrlichkeit!
Jesus Christus, du die Souue,
Uud auf Erdeu weit und breit Licht uud Wahrheit, Fried uud Wonne)!
Mach dich auf uud werde Licht'!
Jesus hält, was er verspricht!
3. Auf der Sklavenknste.
In meinem ersten Reisemonat habe ich die ganze Sklavenküste von Kcta bis nach Klein-Popo gesehen. Die bevorstehende Abreise Missionar Spieths veranlaßte mich, schon am 2. November, früh um sieben, Keta zu verlassen, nachdem ich noch kurz die Herren in der Bremer Faktorei begrüßt hatte. Mit Proviant von der guten Frau Däuble reichlich versorgt und von einem deutschredenden Lehrer, stolz zu Roß, geführt, trat ich den Weg nach Lome an. Es lag sich ganz angenehm in der Hängematte, und ich empfand es durchaus nicht unangemessen, von Menschen sich tragen zu lassen, da alle Lasten auf dem Kopfe befördert werden. Von der See her wehte eine erfrischende Brise, und die schäumenden Wellen schlugen den