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Ein Besuch auf dem Missionsfelde in Togo / Von A. W. Schreiber
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Außerdem hatten die Christen für mich eine interessante und wertvolle Sammlung von nicht weniger als 131 verschiedenen Landeserzeugnissen mit großein Eifer und zum Teil nicht geringem Kostenaufwand zusammengebracht. Gewiß sind dies außerordent­liche Anstrengungen. Indessen sind auch die regelmäßigen Bei­träge der Gemeinde sehr erheblich. In Lome wurden für 1900 nicht weniger als 1101 ^ aufgebracht und in Keta 3271.25 Die Leistungen der Schulen dürfen mit unseren heimischen Schulen auf dem Lande, selbst auch in kleinen Städten, nament­lich in: Schreiben und in der biblischen Geschichte einen Vergleich wohl wagen. Indessen ist es schwierig, die Schüler zum Besuch der höheren Missionsschulen im Innern zu bewegen, da der verwöhnte Küstenbewohner nicht gerne in den Busch geht. Auch sonst sind neben diesen Lichtseiten manche Schattenseiten vor­handen. Giebt es in Lome und in Keta auch keine Götzenbilder mehr, die Sünden der Lüge, der Fleischeslust, der Trägheit, Lauheit und Unbeständigkeit machen in den jungen Christen­gemeinden noch viel zu schaffen. Aber sind diese Laster in der alten Christenheit überwunden? Jedenfalls ergeht an der Sklaven­küste nicht umsonst die frohe Botschaft:Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei."

4. Lome, die Hauptstadt von Deutsch-Togo.

Lome macht den erfreulichen Eindruck eines kräftig aufstrebenden Handelsplatzes. Noch vor einem Jahr­zehnt standen hier nur wenige Fischerhütten. Jetzt ziehen sich gerade breite Straßen durch die saubere Stadt. Der Aufschwung ist namentlich eingetreten, seitdem 1896 der Sitz der Regierung von Klein Popo nach dem gesünderen Lome verlegt wurde. Die ersten Negierungshänser wurden neben den bereits vor­handenen Faktoreien am Strande errichtet. Die Faktoreien be­tritt nian von der Hamburger Straße aus, wo in den großen Läden alle möglichen Sachen feilgeboten werden. Parallel mit der Hamburger Straße läuft die Bremer Straße, an deren westlichem Ende das Anwesen der Norddeutschen Mission liegt, während in der Mitte, in der Nähe des Marktes, die katholische Mission ihren Sitz hat. Das eigentliche Markttreiben spielt sich aiif der Marktstraße ab. Hier reiht sich Laden an Laden, vor denen, unter einem niedrigen Dache, Frauen einen lebhaften Kleinverkauf mit- und Trinkwaren, Nähsachen, Petroleum n. s. w. treiben. Im Westen der Stadt baut sich das Europäer- und Regiernngsviertel immer mehr an. An die