Drittes Kapitel
Schmuck, Kleidung, Waffen
Der Körperschmuck der Barundi ist sehr dürftig. Am die Knöchel und über dem
Handgelenk tragen Männer und Weiber dünne Drahtringe aus Kupfer oder Eisen,
oder Darmsaiten, die mit feinem
Draht umwickelt sind, seltener auch
einmal einen dicken Eisenring um
das Handgelenk; um den Hals
aber namentlich die Männer ein in
Ruanda unbekanntes Schmuckstück:
einen dreieckigen fingerdicken Aus-
schnitt aus einer weißen Muschel Kupferne kegelförmige Anhängsel Äalsschmuck
^ ^ ^ und Amulett, mit „Medizin" gefüllt.
(lklre8l), das an emer Schnur hangt (Museum für Völkerkunde, Berlin.)
und meist aus Anjamwesi eingeführt wird (Nr. 19, S. 406), wo man es ebenfalls an den Männern sieht. Desgleichen trägt man einen geschliffenen Wildschwein- oder Flußpferdzahn an einer Schnur am Hals (Taf. 33). Häufiger sind heutzutage einfache Perlkettchen aus kleinen blaßrosafarbigen oder weißen europäischen Perlen, seltener Schnüre mit aufgereihten kleinen spindelförmigen Holzstücken, in die mosaikartig Messing oder Kup- ferplättchen eingelegt find, oder mit allerlei Wurzelstücken, Tierkrallen, Ziegenhörnchen usw. als Amuletten (s. S. 132). Auch kleine kupferne oder eiserne kegel- oder glockenförmige Anhängsel werden oft in großer Zahl um den Hals getragen (umubare,
Textbilder 3 u. 4). Ein bloßes Schmuckstück ist oft auch der dicke scheibenförmige Holzring (iki'rinsi), den viele Barundi um das Handgelenk tragen, um dieses gegen das Zurückschnellen der Bogensehne beim Schießen zu schützen (s. S. 34 und Taf. 11, 12b,
13, 30 a). Trotz seiner Größe von 20 bis 25 cm Durchmesser und trotz der feinen Gliederung der ihn
tragenden Barundihand wirkt dieser Scheibenring F'g. 4. Eiserne Glöckchen als doch Nicht plump. Weil er sehr elegant geformt UNd oft (Museum für Mlke^nd'e, Berlin.)