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Die Barundi : eine völkerkundliche Studie aus Deutsch-Ostafrika / von Hans Meyer
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Vorwort

Das vorliegende Buch enthält die Zusammenfassung eigener und fremder Be­obachtungen und Studien über das in den westlichen Hochlanden Deutsch-Ostafrikas ansässige Volk der Barundi, das in sehr eigentümlicher Art aus Bantu, pygmoiden Vatwa und reinrassigen Härmten zusammengesetzt ist. Ich habe Arundi im Sommer 1911 bereist und meine Beobachtungen im wesentlichen durch das reiche Material er­gänzt, das der lange Jahre in Llrundi missionierende Pater I.M.M. van der Bürgt (Missionsgesellschaft derWeißen Väter") in seinem OiLtionnuire fran^uiZ- Kirunäi zusammengetragen hat. Für die freundliche Erlaubnis der Benutzung dieses Materials zum Zweck meiner methodischen Darstellung bin ich dem Herrn Ver­fasser zu wärmstem Dank verpflichtet; ebenso für die wertvollen genealogischen Ta­bellen der Barundisürsten mit den erklärenden Begleitworten, die ich am Ende dieses Buches veröffentliche, ferner für mehrere interessante Photographien der Barundi und für die Mühewaltung, der sich Herr Pater van der Bürgt durch Mitlesen der Korrekturbogen unterzogen hat. Was die Literatur sonst noch über die Barundi bot leider ist es sehr wenig habe ich mit verar­beitet; dazu eine Reihe mündlicher und brieflicher Erkundigungen, die ich von Landeskennern, namentlich von Offizieren unserer Schutztruppe, eingezogen habe. Vor allem habe ich für solche schätzenswerte Auskünfte den Herren Hauptmann von Langenn - Steinkeller und Hauptmann W. von Grawert zu danken. Ersterer hat in freundlichstem Entgegenkommen auch eine Übersichtskarte der Häuptlingssitze Arundis und eine Anzahl ausgezeichneter photographischer Auf­nahmen aus Arundi beigetragen. Desgleichen bin ich für die Äberlaffung mehrerer guter Photographien Herrn Hauptmann Kraut verbunden.

Meiner Darstellung liegt das bekannte ethnologische Schema F. von Luschans zugrunde, das ich auch aus dieser Reise wieder vorzüglich bewährt gefunden habe. Wenn ich in einzelnen Punkten davon abgewichen bin, so geschah es hauptsächlich mit Rück- ficht auf die besondere Eigenart der Barundi. Sehr nützlich war es mir ferner, daß ich während der letzten Ausseilung meines Manuskriptes Einblick in die Aushänge- bogen des vortrefflichen neuen BuchesRuanda" von I. Czekanowski (Bd. VI