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Die deutschen Diamanten und ihre Gewinnung : eine Erinnerungsschrift zur Landesausstellung Windhuk 1914 / hrsg. von den Förderern
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Die Bahnfelder-Gesellschaften.

HHeim Bau der Bahn LüderitzbuchLAus 1.905 wurde die ^^Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika vom Reichs- kolonialamt veranlaßt, dem Fiskus ähnlich, wie feinerzeit der Otavi-Minen und Eisenbahn-Gesellschaft beim Bau der Otavibahn, den Grund und Boden für die Bahnstrecke mit 30 m jederseits des Geleises und für die Bahnhöfe, sowie schachbrettartig angeordnete Blöcke links und rechts der Bahn mit samt den Bergrechten abzu­treten. Als die Diamanten dicht am ersten dieser Blöcke entdeckt wurden, sperrte der Fiskus zwar umgehend die Blöcke für andre Schürfer, der Geländestreifen, auf dem sich die Strecke selbst be­fand, der nur 60 m Breite hatte, wurde dabei nicht ausdrücklich erwähnt. Da die reichen diamantenführenden Striche, die zuerst von Herrn A. Stauch belegt worden waren, sowohl nördlich wie südlich der Bahn bei Kolmanskuppe nachgewiesen waren, belegten Lüderitzbuchter Schürfer den schmalen dazwischenliegenden Bahn- geländestreifen, da er nicht ausdrücklich gesperrt war, mit Schürf- feldern, die naturgemäß nur sehr kleine Ausmaße hatten, bei dem Reichtum der anstoßenden Felder aber gute Aussichten boten. Sie mußten jedoch ihre Schürfrechte erst durch alle Instanzen hindurch gegen den Fiskus verteidigen, ehe sie an die Gewinnung der Dia­manten herangehen konnten.

Die zahlreichen kleinen Felder find dann soweit sie abbauwürdig waren, im wesentlichen zu zwei Gruppen verschmolzen worden und es wurden die folgenden zwei Abbaugesellschaften darauf gegründet.

Bahnfelder Diamantgesellschaft m.b.H. in LüderitzbuchL.

Die am 3. April 1.91.1. gegründete Gesellschaft besitzt 1.27 Berg­baufelder an der Bahnlinie LüderitzbuchL-Keetmanshoop zwischen Kilometer 9 und Kilometer 1.6 mit insgesamt 28 da. Nach einer Reihe von Prozessen gegen den Fiskus ist ihr bergrechtlicher Besitz nunmehr völlig gesichert.

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