noch an keinem Orte mit absoluter Sicherheit nachgewiesen werden können.
Das wichtigste Diamantenland, das rund 90 Prozent der Welt- produktion liesert, ist Südafrika. Dort kommen die Diamanten ebenfalls zum Teil in Seifen und in Flußgeröllen vor, zum größten Teil aber stammen sie aus sogenannten pipes, trichterförmigen Eruptivgängen, die mit einem serpentinisierten Olivingestein, Blaugrund oder Kimberlit genannt, ausgefüllt sind. Der erste Diamant wurde am Oranjefluß bei Hopetown, ca. 50 Km oberhalb der Einmündung des Vaals gefunden. Weitere Funde wurden im Anschluß hieran im Vaalfluß gemacht, und es entwickelte sich hier bald eine Industrie, die trotz der späteren viel wichtigeren Entdeckungen auch heute noch eine gewisse Bedeutung hat.
Die Durchforschung des Landes nach Diamanten führte vom Jahre 1,869 ab zu der Entdeckung der Diamantgruben in der Umgebung von Kimberley, von denen Bultfontein, Du Toitspan, De Beers, Kimberleygrube und Wesseltongrube die wichtigsten sind. Weitere Funde wurden im Jahre 1,870 bei Jagersfontein und Koffyfontein gemacht. Im Jahre 1,902 wurde auch bei Pretoria eine Diamantengrube, die nachherige „Premiergrube" eröffnet, sie gelangte wegen ihrer Reichhaltigkeit zu großer Bedeutung.
Die deutschen Diamanten.
Die überraschende Entwicklung der südafrikanischen Diamantenindustrie lenkte selbstverständlich die Aufmerksamkeit auf die benachbarten Länder, und bald entdeckte man auch in Deutsch-Süd- west-Afrika Blaugrund. Allgemein bekannt find die Blaugrundröhren in den Bezirken Gibeon und Berseba. In den letzten Jahren sind auch solche im Bezirk Bethanien — zwischen Kunjas und Aroab — festgestellt worden. Einige Blaugrundröhren im Bezirk Gibeon wurden in früheren Jahren bereits durch die De Beers Komp. ohne Erfolg untersucht. Als später wiederholt Gerüchte von einzelnen Diamantfunden im Bezirk Gibeon auftauchten, die mit Rücksicht auf die dort vorhandenen Blaugrundröhren immerhin eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hatten, bildete sich
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