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Die deutschen Diamanten und ihre Gewinnung : eine Erinnerungsschrift zur Landesausstellung Windhuk 1914 / hrsg. von den Förderern
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Die Entdeckungsgeschichte der deutsch-südwestafrikanischen Diamanten.

Allgemeines über das Vorkommen des Diamanten.*)

Der Diamant kommt in allen fünf Erdteilen vor, auch hat man in Meteoriten kleine Diamanten nachgewiesen. Das älteste Dia­mantenland ist Indien, das von vorgeschichtlichen Zeiten an bis zum 18 . Jahrhundert den gesamten Weltbedarf deckte. Später kamen Brasilien, Südafrika, Europa und Australien dazu; neuer­dings hat man auch in Mittelafrika (im belgischen Kongo) Dia­manten gefunden.

In allen Ländern, mit Ausnahme von Afrika, ist der Diamant ^ bisher nur auf sekundären Lagerstätten gefunden worden.^ Diese Lagerstätten auch Seifen genannt, entstehen durch Verwitterung des Muttergesteins und bilden Schuttmassen, die zum Teil vollständig lose und locker liegen, zum Teil aber auch zu festen Konglomeraten, Breeeien, sowie zu Sandstein verkittet find.

Die an der Erdoberfläche befindlichen Seifen gehören zu den allerjüngften Bildungen der Erdkruste. Dagegen gehören die dia- mantführenden Trümmergefteine Indiens und zum Teil auch Bra­siliens und Nordamerikas sehr frühen geologischen Zeiten an; sie sind allerältesten Gebirgsschichten zwifchengelagert und stellen ge­wissermaßen verweltliche fossile Seifenbildungen dar. Aus diesem alten diamantführenden Trümmergeftein werden die Diamanten nicht direkt, sondern aus den jüngeren, sekundären Seifen gewon­nen, die durch Verwitterung der an die Oberfläche tretenden dia­mantführenden Trümmergesteine entstanden sind. Wie die Dia­manten in die Seifen gelangt sind, insbesondere welches das Mut- Lergeftein der in den Seifen vorkommenden Diamanten ist, hat

*) Nach Bauer, Edelsteinkunde.

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