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^ m Juni und Juli des Jahres 1908 wurden von einer Anzahl Lüderitzbuchter Bürgern in der Nähe der Bahnstation Kolmans- kuppe 52 Schürffelder auf Grund von Schürfscheinen der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südweft-Afrika belegt. Diese deckten ungefähr ein Gebiet von 4000 Hektar. Die ersten Funde in diesem Gebiet waren in einem Tal nahe der Bahnstation Kolmanskuppe, welches später den Namen Charlottental erhielt, gemacht worden. Hieran schloffen sich weitere Funde in den beiden Nebentälern, dem Busch- tal und Annental. Die drei genannten Haupttäler waren von einem Konsortium, welches aus den Herren Schuster, Hartmann, Kreplin und Winkelvoß bestand, in der Zeit vom 26. bis 28. Juni 1908 belegt worden. Um dieses Zentrum, wie man es wohl nennen kann, gruppierten sich hernach die übrigen Schürfer. Mangels der nötigen Hilfsmittel konnte es nicht vermieden werden, daß die Schürfpfähle fast durchweg nicht den vorschriftsmäßigen Abstand von 2 km auswiesen. Auch herrschten über diese vorschriftsmäßige Entfernung, sowohl bei den Vertretern der Deutschen Kolonialgesellschaft als auch bei denen der Regierung verschiedene Ansichten. Die Folge hiervon war, daß in wenigen Wochen GebieLSstreitigkeiten auftauchten, deren Regelung selbst den Gerichten schwer geworden wäre. Um allen derartigen Eventualitäten aus dem Wege zu gehen, entschloß sich das bereits erwähnte Konsortium, sämtliche Pfähle mit einem bestimmten Wert in eine Gesellschaft einzubringen und auch Pfähle anzuerkennen, die nach der allgemeinen damaligen Auffassung nicht gültig sein sollten. Selbstverständlich ging die Einigung nicht ohne Schwierigkeiten vor sich; denn jeder — selbst solche Leute, die zu spät gekommen waren — behauptete sein Recht und verlangte seinen vollen Anteil. In der denkwürdigen Versammlung vom 23. August 1908 gelang es dennoch, die Schürfinteressenten
4 Die deutschen Diamanttn
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