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Die Eweer : Schilderung von Land und Leuten in Deutsch-Togo / von Jakob Spieth
Entstehung
Seite
75
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Viertes Kapitel.

Die Erschließung des Landes.

I. Die Norddeutsche Missions-Gesellschaft.

Im Jahre 1847 kamen die Eweer zum erstenmal in dauernde Berührung mit den Europäern. Damals begannen die Missionare der Norddeutschen Missions-Gesellschaft in dem Stamme der Pekior westlich von Ho, zwischen Volta und Tsavoe gelegen, ihre Missionsarbeit. Der Versuch, sich gleich im Innern festzusetzen, mißlang. Im Jahre 1853 mußte der Ausgangspunkt der Missionstätigkeit an die Küste, nach Iveta, verlegt werden. Von hier aus wurde 1856 Waya, 20 Stunden im Innern, be­setzt, im folgenden Jahre das zwischen beiden Orten gelegene Anyako und 1859 Ho, damals Wegbe genannt. Diese Stationsanlagen unter der tropischen Hitze eines unwegsamen, völlig unbekannten Landes, dessen Bewohner noch keinen Balken bearbeitet, kein Brett gesägt und keinen Stein gebrannt hatten, bedeuten ein Kulturwerk von nicht geringem Wert. Kaum hatten die Missionare nach der ersten Bewältigung der Sprachschwiorigkeiten begonnen, das Vertrauen der Leute zu gewinnen und eine Bresche in die Mauer des Heidentums zu schlagen, als die beständigen kriegerischen Verwicklungen, zwischen den einzelnen Stämmen im As ante-Kriege {18691874) ihren Höhepunkt erreichten. PIo wurde gänzlich zerstört, Auyako geplündert und mußte dann ebenso wie Waya aus Gesundheitsrück­sichten aufgegeben werden. Die Opfer, die das Klima in den ersten Jahr­zehnten unter der kleinen Arbeiterschar forderte, waren furchtbare. Aber unerschrocken hielten die Missionare aus und haben dadurch nicht zum wenigsten zur Erschließung des Ewelandes beigetragen.

Mit dem Wiederaufbau der Station Ho (1875) und der deutschen Besitzergreifung des Togolandes (1884) begann auch für die Mission eine Zeit des Wachstums. Neben Keta, wo zuerst auch Hamburger Diakonissen in die Arbeit eintraten und eine stattliche Kirche gebaut wurde, traten eine Reihe neuer Hauptstationen. Zunächst wurde die Berg- und