Zweites Kapitel.
Die Landschaften und Siedlungsverhältnisse
der Eweer.
I. Landschaften.
Das Ewe land hat im ganzen ungefähr 12 2 größere und kleinere Landschaften, von denen 16 unter englischer Oberhoheit stehen. Ihrer Lage nach lassen sie sich einteilen in Küste, Ebene und Berglandschaften.
1. Küstenlandschaften.
Unter den sechs Küstenlandschaften sind Anlo, Be, Togo und Genyi die wichtigsten.
Anlo liegt in der südwestlichen Ecke des AJ/’«gel)iets und wird durch die iTetalagune in eine südliche und nördliche Hälfte geteilt. Bei einer Küstenlänge von 46 km erstreckt es sich von der Mündung des Volta bis Kedzi 6 km östlich von Keta. Die Hauptstadt dieser Landschaft ist Anlogä, „groß Anlo 11 , auf der Nehrung am westlichen Südrand der Lagune. Die bedeutendste Handelsstadt jenes Stammes ist Keta (Quittah, Kwitta). Die Stadt ist Sitz eines englischen Beamten, der in einem von den Dänen im Jahre 1784 erbauten Fort residiert, das im 19. Jahrhundert käuflich in den Besitz der Engländer überging. Erst im Jahre 1874 wurde dieser östlich vom Volta liegende Teil von den Engländern wieder besetzt und der Goldküstenkolonie einverleiht. Auf dem der Stadt vorgelagerten Kap St. Paul unterhalten die Engländer seit einer Reihe von Jahren ein Leuchtfeuer.
Unter den verschiedenen dort ansässigen Handelsfirmen eröffnete die Firma Fr. M. Vietor & Söhne in Bremen schon im Jahre 1857 Handelsgeschäfte mit den Eingebornen und ließ sich später an allen bedeutenderen Küstenplätzen, wie Lome und Aneho nieder. Der jeden vierten Tag abgehaltene Ketam&rkt wurde von den Inlandbewohnern häuptsächlich seiner
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