62
Drittes Kapitel.
3. Die Kinder.
In den Kindern lebt der Vater fort, und sie allein sorgen ihm für ein ehrenvolles Begräbnis, hei dem viel Pulver verschossen und Yams und Fleisch verzehrt wird. Wohltuend ist die Sorgfalt, mit der in manchen Stämmen die Kinder zur Arbeit und Sparsamkeit erzogen werden. Der Mangel des Gehorsams im täglichen Leben ist wohl die Hauptschwäche der Kinder der JEibee r. Viele sind nur da gehorsam, wo ihnen ein unmittelbarer Nutzen in Aussicht steht. Jedoch ist ein gehorsames Kind allgemein beliebt. Wenn nun auch fast immer die Mütter es sind, welche sich über den Ungehorsam ihrer Kinder beklagen, so werden sie doch gerade im Notfall von ihren Söhnen mit großer Aufmerksamkeit behandelt. Als im Asante krieg ein Teil der Eiheer vor den heranrückenden Asantee rn auf die Avatime berge flohen, trugen die Söhne ihre alten und kranken Mütter in Nothängematten und auf dem Rücken die steilen Borgabhänge hinauf. — Wenn nun auch andererseits die Söhne zuweilen harte Worte über die Sorglosigkeit ihrer Mütter aussprechen, so betonen sie andererseits doch wieder, daß sie nur ihrer Mutter Leben und Gesundheit verdanken. Diese habe sie gepflegt, ernährt und auf dem Rücken getragen und hätte ihnen in ihrer frühesten Kindheit schon etwas am Leben tun können, wenn sie sie nicht lieb gehabt hätte.
IV. Die Religion.
In Beziehung auf die Religion ist zunächst die Tatsache festzustellen, daß die Eibeer kein Wort dafür haben. Wohl haben sie susuwo oder „Vorstellungen, Gedanken“ über das Göttliche, auch besitzen sie Ausdrücke für die Betätigung ihres Verhältnisses zum Göttlichen; aber einen dem Begriff „Religion“ entsprechenden Ausdruck hat die Sprache nicht. Ihr Verhältnis zum Göttlichen bestimmen die Ewee r mit dem Wort wo, „machen, tun“, z. B. wo Mawu, „das tun, was Gott fordert“. Dieses Tun aber wird als ein Dienst, subosubo, aufgefaßt, den der Sklave seinem Herrn erweist, wobei es nicht sowohl auf die Gesinnung ankommt, mit welcher der Dienst verrichtet wird, als vielmehr darauf, daß das Geforderte getan wird. Daraus ergeben sich für die Darstellung der Religion im Sinne der Ewee r zwei Gesichtspunkte, nämlich die religiösen Vorstellungen und der Kultus. Da sich nun die ganze Religion der Eweev im wesentlichen um Götter, Zauberei und Ahnenverehrung dreht, so sind damit auch die drei Hauptpunkte ihrer Vorstellungen gegeben.
A. Die religiösen Vorstellungen.
1. Die Götter.
Unter den Göttern werden unterschieden Plimmelsgötter (dzimawuwo), Erdengötter (anyimawuwo) und persönliche Schutzgötter (nunuwo).