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Die Eweer : Schilderung von Land und Leuten in Deutsch-Togo / von Jakob Spieth
Entstehung
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Die Eweer.

Erstes Kapitel.

Das Land der Eweer.

I. Lage, Grenzen und politische Zugehörigkeit.

Vor drei bis vier Jahrhunderten machte sich an der Sklavenküste Westafrikas die Völkerfamilie der Eweer ansässig und ließ sich, von NO. herkommend, zwischen Mono und Volta nieder. Im Süden wird ihr Gebiet von dem atlantischen Ozean bespült und erstreckt sich an seiner Westgrenze etwa bis zum 7., an seiner Ostgrenze dagegen bis zum 8. Grad nördlicher Breite.

Die östlichen N a c h b a r n der Eibeer sind die ihnen stammverwandten Einwohner von Dahome, von welchen sie nur durch den Jfowofluß getrennt sind. Im Westen ist der Volta die natürliche Grenze zwischen ihnen und den Aclanmee rn, Giern und Tsiern. Die Nordgrenze ihrer Wohnsitze wird durch die Nordgrenze der Landschaften Kpando, Alavanyo, Gbulzigbe, Fodome, Däyi und Kpele gebildet. In Kpele macht die Grenze unter Aus­schluß der Landschaft Akposo eine scharfe Wendung nach Norden, bis sie in Kpetsi (JPessi) und Anyana die nördlichsten Glieder des Fußvolkes erreicht.

Die beiden Kolonialmächte England und Deutschland haben sich so in den Besitz des Ewelandes geteilt, daß England eine kleine Ecke im Südwesten auf dem linken Voltaufer, Deutschland dagegen das ganze übrige Gebiet bis zum Mono , dem Grenzfluß nach dem französischen Dahome hin, besitzt.

Ihren Namen Togo hat die deutsche Kolonie nach einem gleich­namigen Stamm an der Lagune hinter Porto Seguro erhalten, der im Jahre 1884 zuerst die deutsche Flagge annahm. Die Küste der Kolonie ist nur 50 km lang. Die Ostgrenze Togos bildet bis zum 9. Breitegrad