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Die Eweer : Schilderung von Land und Leuten in Deutsch-Togo / von Jakob Spieth
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Drittes Kapitel.

b. Beschaffenheit.

Aus dem Jenseits brachte der Mensch auch sein Lebensgeschick, sowie einen fertigen Charakter mit ins Diesseits. Ein gutgearteter Mensch war dort schon gut, und ein mit Schlechtigkeiten behafteter Mensch war dort schon schlecht gewesen. Daher kommt es, daß viele ihre gesetz­widrigen Handlungen mit der Redeweise entschuldigen:Das ist eben meine Art von der Seelenheimat her. Wenn solche sich haben etwas zu schulden kommen lassen, die mit einemguten Charakter in diese Welt herein­gekommen sind, so fuhren sie die Ursache davon auf den Einfluß eines bösen gbetsi aus dem Jenseits oder auch eines bösen Erdengottes zurück.

Angesichts dieser Anschauungen ist es merkwürdig, daß der Mensch nicht nur unter dem Einfluß seines aus dem Jenseits mitgebrachten Charakters, sondern auch unter der Leitung seines Herzens im Diesseits handelt. Die Glieder werden deswegen auch als die Unter­gebenen des Herzens angesehen, und ehe sie eine böse Handlung ver­richten, wehrt ihnen das Herz ab,es spricht Worte. Die Versuchung geht durch die Vermittlung des Auges oder Ohres von Dingen aus, die außerhalb des Menschen sind, aber nie vom Herzen. Die Wirkungen der bösen Tat sind die, daß dasHerz dem Menschen etwas sagt, daß essich bewegt,unruhig ist,sich fürchtet. Diese Tätigkeit des Herzens nach der bösen Tat bestimmt manchen Menschen, seine Schuld zu bekennen und Abbitte zu tun. Andere treibt sie auch in den Tod, wie das aus der Fabel der Tsentse und dem Gesang des Vogels deutlich zu ersehen ist.

c. Das Lebensziel.

Der Tod ist zwar die Grenze des irdischen Lebens, nicht aber die Vernichtung seiner persönlichen Existenz. Der Mensch stirbt erst dann, wenn die von ihm selbst bestimmte Lebensdauer ab­gelaufen ist. Nach ihrer Loslösung vom Leibe geht die Seele seufzend einher und stört ihre Hinterbliebenen. Sie klopft an ihre Türe oder geht als weiße Gestalt auf der Dorfstraße umher, wo sie die ihr im Leben un­angenehm gewordenen Menschen mit Steinen wirft; dann aber muß sie wandern, und das Ziel ihrer Reise ist die Unterwelt. Aber auch diese ist nur ein Durchgangsort, von der sie über kurz oder lang wieder ins Dies­seits zurückkehrt, wo sie als Mensch in ihrer Familie oder aber in gewissen Tieren ihr Dasein fortsetzt. Die Fabel von Safudu Kiualcu beweist jedoch, daß manche Menschen nach ihrem Tode auch sofort von Gott in den Sonnenaufgang versetzt werden.

B. Kultus.

1. Verehrung der Himmelsgötter.

a. Verehrung desgroßen Gottes.

Wenn gesagt wird, daß in Afrika die Gottesverehrung hinter den Geisterdienst zurückgetreten sei und ganz vernachlässigt werde, so stimmt

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