Besondere Roheit legten die Franzosen dein deutschen Konsul in Libreville, Kaufmann Strauch, gegenüber an den Tag, als er zugleich mit den bei Nola in Kamerun gefangenen Deutschen in Eotonou eintraf. Man zwang ihn trotz seiner angegriffenen Gesundheit und trotz Protestes des deutschen Arztes, sein schweres Gepäck aus dem Laderaum zu holen und in glühender Tropcnsonne zur Gepäckabfertignngsstelle selbst zu tragen. Infolge Überanstrengung brach Strauch zusammen und starb wenige Stunden daraufI.
Die Togodentschen wurden von Cotonou nach verschiedenen Verwaltnngsftatione» der Kolonie Dahomey abgeführt. Ein kleiner Teil, darunter der stellvertretende Gouverneur, die Ehepaare, deren Zusammenbleiben nach anfänglicher Trennung nachträglich durchgesetzt worden war, und einige als marschunfähig bezeichnete Gefangene wurden an der Küste in Porto Novo untergebracht. Obgleich der Aufenthalt dort den Vorteil der Seebrise und leichter Versorgung mit Lebensrnitteln und Wasser besaß, wurde er infolge des Verhaltens des französischen Aufsichtspersvnals aufreibend und demütigend. Die Gefangenen — als solche galten auch die Frauen — standen trotz des gegebenen Ehrenworts unter strenger schwarzer Bewachung, so daß z. B. ein Oberbeamter seine Frau in dem nur wenige Minuten entfernten Krankenhause nur unter Bewachung eines Schwarzen besuchen durfte. Die schwarze Wache, die unmittelbar vor den Räumen der Gefangenen untergebracht war, nahm auf diese bei ihrem lärmenden Treiben keinerlei Rücksicht. Die Verpflegung, die behördlich geliefert wurde, war in Verbindung mit den Zutaten, die gekauft werden mußten, anfänglich genießbar und ausreichend. Später wurde das Essen, für das Zutaten zu kaufen verboten wurde, ungenügend und so schlecht, daß es zur Erhaltung der Gesundheit nicht ausreichte. Trotz wiederholter Beschwerden erfolgte keine Besserung. Der französische Arzt erklärte gegenüber einer der beschwerdeführenden Frauen: »Für die Frauen würden wir alles
tun/ wir wollen aber, daß die Männer in der Kriegsgefangenschaft leiden«. Trotzdem verweigerten die französischen Kaufleute in Porto Novo einer Frau die zur Ernährung ihres Säuglings notwendige Milch.
Im März l9l5 wurden die Gefangenen aus Porto Novo nach Widah gebracht, ohne daß dadurch eine wesentliche Besserung ihrer Lage eingetreten wäre. Zwar wurde ihnen gestattet, das Essen durch einen Farbigen kochen zu lassen, indessen gab man ihnen nicht die Möglichkeit, sich ausreichende Verpflegung zu beschaffen. Auch in der Einschränkung der Bewegungsfreiheit trat keine Erleichterung ein. Selbst Frauen durften nur in Begleitung eines farbigen Soldaten auf den Markt oder in die Geschäfte gehen. Die Willkür des französischen Aufsichtspersonals dauerte auch.
- b. Im Innern.
1. In Save-Parakou.
Später wurden 7 Ehepaare von Porto Novo ins Innere gebracht, und zwar 3 Ehepaare und ein Arzt nach Save, 4 Ehepaare mit einem Arzt nach Parakou.
Die Gefangenen in Save erfreuten sich im Verhältnis zu allen übrigen in Dahomey eines erträglichen Daseins. Das französische Aussichtspersonal gab keinen Anlaß zu Klagen, die Beschaffung der Verpflegung bot keine wesentlichen Schwierigkeiten ch.
Den nach Parakou bestimmten Ehepaaren brachte dagegen schon der Transport dorthin Demütigungen und Belästigungen durch das schwarze und weiße Aufsichtspersonat.
1) Angabe 3, 29.
2) Angabe 1—3, 10, 29.
2) Angabe 27, 28, 30.