In Dahomey.
a. An der Küste:
In Eotonou, Porto Novv und Widah.
Am 18. September 1914, drei Wochen nach der Übergabe von Kamina in Togo an die unter englischem Oberbefehl stehenden englisch-französischen Truppen, wurden etwa 180 deutsche Männer aus Togo von den Engländern den Franzosen auf dem vor Lome liegenden Dampfer »Olniasi« zur Verschleppung nach Dahomey ausgeliefert. Am Tage darauf wurden sie zusammen mit 13 deutschen Frauen, die im Hinblick auf das unsichere Verhalten der Engländer es vorzogen, ihren Männern in die Gefangenschaft zu folgen, in Eotonou, das im Flaggenschmnck prangte, ausgeschifft und unter dem Höhnen und Drohen der zahlreich versammelten weißen und schwarzen französischen Bevölkerung in Wellblechschuppen untergebracht. Äiese Schuppen waren ohne Lüftung und be
saßen nur einen Ausgang, der nachts verschlossen war. Die Gefangenen mußten ihre Notdurft in aufgestellte Petrolenmtonnen verrichten. Der Raum war so eng, daß sie sich in nächster Nähe dieser Behälter, die leckten, niederlegen mußten. Die als Unterlagen verabfolgten Strohmatten waren aus dem harten Steinboden vollständig ungenügend. Ebenso unzulänglich waren die zum Zudecken ausgegebenen dünnen Baumwolldccken. Die Luft in den Scbuppen luar so verpestet und bei der Tropenhitze so unerträglich, daß Schwächeanfälle eintraten, und die Gefangenen schon nach der ersten Nacht an ihrer Widerstandskraft eingebüßt hatten. Das aus Iams (kartoffelähnliche Knollenfrucht) und etwas Fleisch unsauber und schlecht zubereitete Essen reichte zur Sättigung nicht aus. Da nur an einzelne Bestecke ausgegeben wurden, mußte es die Mehrzahl mit den Händen zum Mund führen. Das Auftreten der schwarzen und weißen Aufsichts- organe war roh und erniedrigend I.
Selbst der stellvertretende Gouverneur von Togo erfuhr eine unwürdige Behandlung. Drei Tage lang bekam er trotz Bitten nicht einmal ein Glas Wasser zu trinken. Auch ihm wurde kein Besteck gegeben. In Gegenwart der ihn bewachenden schwarzen Soldaten wurde er von weißen Franzosen durch Schimpsworte beleidigt^.
Eine gleich demütigende Behandlung und Unterbringung erfuhren in der Zeit vom 31. Juli bis 8. August 1915 .Offiziere und Unteroffiziere der Kaiserlichen Schutztruppe von Kamerun, die in Eotonou uach dem Falle Garuas als Kriegsgefangene untergebracht waren. Auch ihnen wurde ungenügende und schlechte Verpflegung gereicht.
Selbst die Offiziere mußten die im Hofe an einer der Hauptverkehrsstraßen offen aufgestellten für Eingeborene bestimmten Tonnen znr Verrichtung ihrer Notdurft benutzen'^).
y Angabe 1—5,8,10, 11,27.
Angabe 1.
9 Angabe 31.