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Deutsche Vorposten im Karpathenland / von Lutz Korodi
Entstehung
Seite
23
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V.

Deutsche Irredenta. Magyarischer Nationalstaat.

wir können uns sehr gut vorstellen, daß Deutsche außerhalb des Reiches in nationaler Bedrängnis ein heimliches Sehnen danach haben, sich unter den Schatten der deutschen Eiche zu stellen, sich politisch vorn Deutschen Reich annektieren zu lassen. Manche von ihnen machen auch aus ihrem Herzen keine Mörder­grube und rusen etwa im wiener Reichsrat, ihrem österreichischen Vaterland den Fehdehandschuh hinwerfend:Hoch und Heil Hohenzollern I" Man kann ihre Gefühlsauswallung vielleicht be­greifen und muß doch bedauern, daß sie so wenig erfüllt sind von dem Gedanken der deutschen Gemeinbürgschaft. Sie ver­gessen, welche verhängnisvolle Schwächung des in (Österreich ver­bleibenden Deutschtums und des ganzen Deutschtums der Habs- burg-Monarchie es bedeutete, wenn das Deutsche Reich etwa einen Teil von Deutschböhmen oder -schlesien an sich risse. Denn von einer Verschlingung ganzer Provinzen oder ganz Österreichs kann doch auch der deutscheste Schwärmer nicht träumen.

Bismarck wußte, warum er sich ^866 mit der ganzen Wucht der Persönlichkeit gegen die Forderung einer Gebietsabtretung seitens Österreichs stemmte; er tat es wohl nicht nur, weil er mit der Notwendigkeit eines späteren freundschaftlichen Verhält­nisses zu diesem subgermanischen Staate rechnete, nicht nur weil er eine weitere, kaum vermeidliche Zugabe nichtdeutscher Volks­elemente an Preußen durch einen Ausschnitt aus dem gemischt­sprachigen Nachbarland sür höchst entbehrlich hielt, sondern gewiß