Dein Leser zuin Gruft.
„Deutschland in den Karpathen" — diesen Titel hätte ich eigentlich unserm Buch am liebsten gegeben. Und das wäre nicht etwa ein' schlechter Witz, noch eine politische Utopie oder, um mich deutsch auszudrücken, eine „alldeutsche Narretei" gewesen. Ls ist mir mit dem „Deutschland in den Karpathen" durchaus ernst; allerdings nicht in dem Sinne meiner Durchschnittsleser magyarischer Nationalität und vielleicht auch manches harmloseren politischen Gemütes deutscher Zunge, um derentwillen ich mich zu einem weniger abschreckenden Titel bequemte, obwohl der unterdrückte die Sache prägnanter bezeichnet, um die es sich für uns handelt. Auch so wird die erstgenannte Gruppe — je nach Temperament, Stimmung und Bedürfnis — bevor sie einen Blick in diese Blätter getan hat, entweder hell aufjubeln ob dieser längst erwarteten, nun endlich erfolgten Aufdeckung des schwärzesten „j)angermanen"-Anschlags, oder es wird ihr kalt über den Rücken lausen bei dem Gedanken, daß man sich nun also wirklich schon ohne alle Scheu bei Hellem Tageslicht darüber unterhält, wie sich der ostwärts lugende deutsche Aar in den karpathischen Felsgebirgen seinen Horst bauen soll. Diesen leicht erregbaren und von einem unersättlichen Bedürfnis nach Aufregung erfüllten Gönnern sei zur Beruhigung — oder auch zur Steigerung ihrer verzehrenden Unruhe — gesagt, daß jenes Deutschland, das ich meine, in den schönen, zukunftreichen Gefilden und Höhen zwischen jDreßburg und Kronstadt schon lebt und, will's Gott, noch immer stärker und seiner unerschöpflichen Kraft immer bewußter leben wird. U)cr das nicht weiß, hat noch
Korodi, Deutsche Borposten im Karpathenland. 1