I.
Deutschland nach Osten.
wir wandern zu zweien durch den wohlgepflegten Eichwald, der zum Hangestein bei Kronstadt führt, an der Wirtschaft vorbei, die den grünen Anger nach Osten abschließt. Möglich, daß das Ziel unseres heutigen Ausflugs von diesem Anger seinen Namen hat, der durch sprachlichen Verwitterungsprozeß sich in den heutigen „Hangestein" verwandelte. Die magyarische Beamtenetymologie geht aber ihre eigenen Wege. Zm Volksmunde hört man auch gelegentlich die halb scherzhafte Bezeichnung „hungriger Stein"; da wird denn von Amts wegen gefolgert: „hungriger" war „ungrischer Stein", darum heißt die Haltestelle der Eisenbahn drunten am Abhang des Berges „irm§yLr lcö" (Magyarenstein). , ^
Auf Schritt und Tritt stolpert man dortzulande über solche Dummheiten, besonders wenn der schon etwas abgehärtete Einheimische mit einem Fremden durchs Land streift und dies und jenes erklären soll. Am Bande des Burzenlandes (bei Kronstadt) liegt die brave ursächsische Gemeinde Nußbach. Der Fahrgast liest in: Kursbuch oder hört vom Schaffner „Na§yuros". warum? fragt der philologisch empfindliche Reisende. iVlo§yor<5 heißt magyarisch Haselnuß, und wer aus No§yoräs nicht iVla§yaros („von Magyarenart") machen könnte, wäre doch ein Stümper im patriotischen Handwerk.
Aber wir kehren zurück zu unserm Hqngestein, wir steigen auf die Anhöhe, zur Aussicht; und da breitet sich ein Bild vor unserm Auge aus, daß einem das Herz lacht. Eine Ebene so glatt wie eins Tafel, mit langen Getreidestreifen in Grün und Gelb, dort ein Stück eben geackerter Boden, schwarze Erdkrume, sicheren