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Die Wahrheit über Mexiko und seine deutsche Kolonie / von Wilhelm Bauer-Thoma
Entstehung
Seite
73
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den Sieg zu erringen und seineMacht von neuem zu befestigen! Heißt es doch prompt in der Auslandspresse, Madero entwickele im­mer mehr seine geniale Veranlagung als Feldherr und Staatsmann und es werde ihm zweifellos binnen kurzem gelingen, über alle seine Feinde zu triumphiren. In Wirklichkeit ist Mexiko zu diesem letzten ..Erfolg seiner Regierung nichts weniger als zu gratuliren. denn er schiebt 'die politische Restaurirrung des unglücklichen Landes von neuem hinaus, ohne ihr ein Jota von ihrer dringenden Notwendig­keit zu nehmen. W as der warme Patriot und g r o ß z ii g i g e Staatsmann D i a z in drei Jahrzehnten zur Bewu n d e r u n g der ganzen zivilisirten Welt geschaffen, das wird der kleine Narr Madero in drei Jahren zum Entsetzen aller Freunde der Civilisation zerstört haben. . . . Armes Mexiko!

Nachwort.

Berlin, am 26. Februar 1913.

Die Drucklegung der Broschüre, die sich aus verschiedenen Gründen mehrere Monate verzögerte, sollte gerade in Angriff ge­nommen werden, als uns der Telegraph in rascher, dramatisch ge­steigerter Eolge die Kunde von der Militärrevolution des 'Generals Felix 1) i a z, den ncuntägigen Artilleriekämpfen in der Haupt­stadt Mexiko, der erzwungenen Abdankung M .a d e r os und schließ­lich dem Tode des Expräsidenten übermittelte. ! Dcr aktuelle Cha­rakter dieser Schrift dürfte durch diese letzten Ereignisse umso we­niger beeinträchtigt sein, als sie meine Darlegungen mit dem un- widersprechlichen Zeugnis der thatsächlichen Entwicklung der Dinge zu stützen und zu erhärten geeignet sind. Haben sich aber ich sage mit aufrichtigem Bedauern: leider! meine Beurteilung der politischen Persönlichkeiten und Ereignisse in Mexiko seit mehr als zwei Jahren als zutreffend erwiesen und meine Vorausagungen in erschreckender Prägnanz erfüllt, so glaube ich zugleich der nahen Zukunft jenes unglücklichen Landes das, leider wenig günstige Ho­roskop gestellt zu haben, wie es sich aus meiner seitherigen publi­zistischen Thätigkeit von selbst ergibt.

Ich habe Madero als Politiker scharf angegriffen; ich that es schon in Mexiko sozusagen unter den Augen der siegreichen Revo- lutionspartei und kommenden Regierung gewiß nicht aus persön­lichem Haß gegen den politischen Glücksritter, den ich persönlich niemals kennen gelernt und dessen Bekanntschaft'zu machen (Ma- dero soll dem Dr, K.-H. in Mexiko gegenüber den iWunsch geäußert haben, daß ihm dermerkwürdige Deutsche vorgestellt würde) ich noch im März 1912 ablelmte, vielmehr aus der tiefinneren Über­zeugung. daß dieser Mann ein großes Unglück, ein Verhängnis für das mir teure Adoptivvaterland bedeutete. Und meine politische Gegnerschaft war wieder keineswegs eine persönliche Marotte von