Druckschrift 
Die Wahrheit über Mexiko und seine deutsche Kolonie / von Wilhelm Bauer-Thoma
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

plötzlich hereingebrochene Elend der Arbeitslosigkeit? Es ist die direkte Folge der Revolution oder eigentlich der revolutionä­ren Illusion. Tausende sind vom Lande nach den Städten ge­zogen, nachdem sie die brudermordende iWaffe für den Pflug eingetauscht oder weil die Bestellung der Ländereien von den Besitzern aufgegeben worden war; viele sind ehemalige Fa­brikarbeiter, die infolge der öffentlichen Unsicherheit gleich­zeitig mit der Einstellung der Betriebe entlassen werden mußten. Das Problem der Arbeitslosigkeit war seither in Mexiko un­bekannt und ist an sich in diesem reichen und verhältnismäßig schwach bevölkerten Land unbegründet und widersinnig. Es wird noch auf lange Zeit hinaus in Mexiko nicht an Arbeit feh­len, wohl aber hat es stets an Arbeitslust gefehlt. Jene Truppe vonmanifestirenden Arbeitslosen sollte zur Landarbeit an­gehalten 'werden, die so sehr notthut. Mit schwächlichen Pallia­tiven, wie sie auch bei der Bekämpfung dieser sozialen Noth liier beliebt sind, ist eine gründliche Remedur doch nicht zu er­zielen.

Die Regierung war bisher überhaupt in der Wahl ihrer Mittel zur Bekämpfung sozialwirthschaftlicher Probleme wenig glücklich. Das Ministerium des Innernverfügte jüngst, um der Industrie aufzuhelfen, eine Erhöhung der Landesproduktion. .... Aber dem Gtiterkonsum befehlen, daß er mit der erhöhten Produktion gleichen Schritt halte, das vermag selbst ein hohes Ministerium nicht mit ellenlangen telegraphischen Cirkularen. . . . . Wie sagt doch Madero in seinem berühmten BuchLa Sucesion Presidencial?Despues de las grandes guerras, siempre les queda ä los grandes paises victoriosos le pesadacarg- de sus salvadores que muy caros se hacen pagar sus servicios. d. h.:Nach den großen Kriegen verbleibt den großen sieg­reichen Ländern immer die schwere Last ihrer Befreier, die sich ihre Dienste sehr teuer bezahlen lassen.

Ein Bubenstück der verbündeten Maderofreunde

Es genügte gewissen moralisch unsauberen Elementen in der deutschen Kolonie nicht, meinepolitische Stellungnahme im In­teresse von Rebbes und Wucher zu mißbilligen und mir selbst mit geschäftlicher Schädigung (Entziehung von Annoncen) zu drohen sie lagen seit Monaten im Hinterhalt, um mit der Meute maderisti- scher Bluthunde über mich herzufallen. Anonyme Zuschriften, die mich teils warnten, teils bedrohten, ließen mich völlig kalt. Als der Freiheitsapostel, dessen Name das Lumpengesindel zu Gewaltthaten und Angriffen auf Eigentum und Leben friedlicher Bürger be-