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Finanzverwaltung alle Zweige der öffentlichen Verwaltung' reichlich dotirt waren, obwohl die Last der Staatssteuern sich wesentlich verringert hat.“
„Ich bitte Sie, iHerr Minister, dem Herrn Präsidenten der Republik“ (damals noch P o r f i r i o D i a z) „meinen Rücktritt vom Amte zu übermitteln und ihm zugleich die Versicherung meiner ausgezeichneten Ergebenheit und meines tiefgefühlten: Dankes für die so äußerst zahlreichen Vertrauensbeweise, die er mir entgegengebracht, zu erneuern sowie sich für Ihre Person, Herr Minister, meiner besonderen Wertschätzung und ausgezeichneten Hochachtung versichert zu halten.“
Francisco I. Madero.
„Nein, er gefällt mir nicht, der neue Burgemeister.“
Madero, der siegreiche Revolutionschef, trat als „inoffizieller' Ratgeber“ dem interimistischen Präsidenten de 1 a Ba r r a zur Seite. Diese unverantwortliche Machtstellung (eine von den made- ristischen „Friedensbedingungen“) brachte den ehrgeizigen Mann seinem heißersehnten Ziele, der Erlangung der Präsidentenwürde, um ein gutes Stück näher. Sein ganzes Sinnen und Trachten war von nun an, während langer, banger fünf Monate, auf die Befestigung seiner politischen Macht und die Sicherung seiner Wahl gerichtet.
Ein siegreicher Revolutionär wird eo ipso zum anerkannten Helden, der Erfolg adelt, das „f a i t accompl i“ verleiht Recht und Legitimität. So ist es immer gewesen und so war es auch im Falle Madero. Nicht nur die kritiklose Menge seiner Landsleute, auch das Ausland sah nach dem Sturze von D i a z in Madero den Helden, dessen „Intelligenz und Thatkraft“ es gelungen war, sich zur höchsten Würde im Staate aufzuschwingen. Ach nein, die Wahrheit lautet ganz anders, nicht entfernt so schön und erfreulich!
Francisco I. Madero entstammt einer (ursprünglich portugiesischen) weitverzweigten Familie von Großgrundbesitzern, die, wie alle großen Landwucherer in Mexiko, durch rücksichtslose Ausbeutung der armen, wie Sklaven behandelten Landbevölkerung zu großem Reichtum gelangt ist. Er ist jetzt 39 Jahre alt, von auffallend kleiner Statur, ein zierliches und lebhaftes Männchen, wenig geübt in der Kunst der Selbstbeherrschung, impulsiv und extrem in seinen Gefühlsäußerungen, eher kindlich eitel als ehrgeizig, feige und mißtrauisch bis zur Lächerlichkeit, ein Virtuose als Lügner und Ränkeschmied, moralisch wie ästhetisch unsauber, ein selbstherrlicher „Übermensch“, sofern er sich seine eigene, höchst zweifelhafte Ethik geschaffen, ein Sonderling, sofern er sich des Fleisch- und Alkoholgenusses enthält, ein Narr, da er-dem Spiritismus huldigt und mit dem unmöglichsten Geistern vertraute Zwiesprache unterhält und sich bei- ihnen Rat holt, ein Geisteskranker, der an zirkulärem Wahnsinn leidet und dem selbst einige Tobsuchtsanfälle nachgewiesen sind. — Und solch ein Mensch kann einen Diaz stürzen und selbst an die- Spitze einer Nation von 16 Millionen Seelen treten? Der Gedanke - muß auf den ersten Blick absurd, allen historischen Erfahrungen und selbst den Grundgesetzen des menschlichen Denkens widersprechend-'