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Don Porfirio’s Glück und Ende.
Mexiko hatte im Jahre 1910 allen Grund, seine Unabhängigkeitsfeier mit Stolz und Genugthuung zu begehen; konnte doch diese volkreichste lind wichtigste der spanisch-amerikanischen Republiken nicht nur auf das erste Jahrhundert nationaler Selbständigkeit zu- riickblicken, sondern, was mehr bedeutete und keiner der Schwesterrepubliken in gleichem Maße gelungen war: auf einen in mehr als dreißigjähriger ununterbrochener Friedensära kräftig aufgeblähten Handel, einen soliden nationalen 'Wohlstand und eine geachtete Stellung unter den zivilisirten Staaten. Seit 1876 regierte mit einer Unterbrechung von vier Jahren Porfirio Diaz das Land und seine Herrschaft bedeutete Frieden nach jahrzehntelangen inneren und äußeren Kriegen und einen ungeahnten Fortschritt in volkswirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.
Das moderne Mexiko, wie es sich als hundertjähriger Jubilar präsentirte, war die Schöpfung des großen Feldherrn und Staatsmannes, den man nicht unpassend den „Bismarck Mexikos“ genannt hat: P o r f i r i o D i a z. Vor zwei Jahren noch hätte man diese Feststellungen, weil allzu bekannt und selbstverständlich, für abgeschmackt und banal erklärt — heute und schon seit anderthalb Jahren muß der unparteiische Beobachter der politischen Verhältnisse jenes Landes sich diese historische Thatsache immer und immer wieder vor Angen halten, um nicht von den innerpolitischen Irrungen und Wirrungen, denen Mexiko unheimgefallen ist, und der leidenschaftlichen Gehässigkeit gegen den großen politischen Toten sein gerechtes Urteil trüben zu lassen.
Ein so hervorragendes Ereignis, wie der hundertste Geburtstag einer Nation, kann nicht an eine m Tage, nicht an mehreren aneinander gereihten Festtagen gebührend begangen werden; Mexiko feierte den ganzen Monat September 1910 als Jubiläumsmonat. Es herrschte große und, wie es schien, aufrichtige, herzliche Begeisterung nicht nur unter den Landeskindern, auch unter den in Mexiko ansässigen Ausländern, den sogenannten Fremdenkolonien. Der 13. September war der „deutsche Tag“ der mexikanischen Unabhängigkeitsfeier. Die stillen, warmen Sympathien, die stets zwischen Mexikanern und Deutschen bestanden hatten, steigerten und belebten sich an jenem Tage zu prunkvollen Freundschaftskundgebungen, zu wahren Verbrüderungsszenen. Am Vormittag wurde das von unserem Kaiser dem mexikanischen Volke geschenkte Denkmal des berühmten Mexikoreisenden Humboldt unter Teilnahme von Offizieren und Mannschaften des deutschen Kreuzers „Freya“ enthüllt. Der außerordentliche Botschafter unseres Kaisers, Herr Karl B ii n z, konnte in seiner Festrede vor dem Standbilde