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Die Wahrheit über Mexiko und seine deutsche Kolonie / von Wilhelm Bauer-Thoma
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ein Paradies auf Erden wartete des so lange unterdrückten und seiner politischen Rechte beraubten Volkes. .

Mit dem Einzug Maderos in die Hauptstadt Mexiko setzte eine selbst in der Geschichte jenes Landes unerhörte politische Ära ein: die des schamlosesten V o 1 k s b e t r u g s, der noch je ge­wissenlosen Demagogen gelungen ist. Alles zielt jetzt auf den einen höchsten Lebenswunsch des kleinen ehrgeizigen Mannes ab: die Präsidentenwürde, und diesem einen Ziele wird alles übrige untergeordnet. Hinter der heuchlerischen Maske Ma­deros und seiner Komplizen, von denen einige ihn zwar durch­schauten, aber es vorzogen, Gesinnungslumpen mit Exzellenztiteln und hohen Bezügen zu werden, als ehrliche, charakterfeste Männer, wenn auch zeitweilig ohne Staatsanstellung, zu bleiben, hinter jener infamen volksverführerischen Mäske lauerte der krasseste Egoismus neben persönlicher Würdelosigkeit, brutale Vergewaltigung neben s p e i c h e i 1 e c k e- r i s c h er Schönt h u e r e i, kurz der ganze unsaubere Apparat, über den moralische Schmutzfinken vom Schlage eines Madero noch je verfügt haben. Ich muß es mir versagen, die zahllosen Mittel und Mittelchen aufzuzählen, durch die sich Madero seineWahl" (ein Betrugskapitel für sich) sicherte; ich muß micl] darauf be­schränken, jene politische Ära Mexikos als moralisch ver­pestet zu charakterisiren, mit dem erschwerenden Begleitum­stände, daß die Verpestung ansteckend wirkte, und zwar nicht nur auf weitere Kreise der Einheimischen, sondern leider auch auf die der Fremden und nicht zuletzt unserer eigenen Landsleute, der deut­schen Kolonie in Mexiko.

Das Bekenntnis einer schönen Seele

Nicht wenige Deutsche haben von Anfang an mit der Revolu­tion in Mexiko sympathisirt. Das war mir eigentlich immer un­verständlich, soweit es sich um wirkliche politische Parteinahme zu handeln schien. Denn wir Fremden hatten uns unter dem alten Diaz gewiß nicht zu beklagen, und während wir 'genau wußten, was wir früher gehabt, konnten wir kaum annehroer., daß uns ein politischer Systemwechsel Besseres bringen würde. Es waren aber da einige, denen es wohl an und für sich auf den Namen der Regierung wenig ankam, unter der sie lebten und ihre Geschäfte machten, wenn sie sie nur überhaupt machten, die aber rnit einem gewissen kaufmännischen Instinkt bei Zeiten ihr Mäntelchen so häng- ten, wie es der neue iWind verlangte. Das waren die Klugen, und sie waren sogar so klug, ihrem Gebahren den Anstrich einer poli­tischen Meinung zu geben, die sie im eigentlichen Sinne nie gekannt hatten. Das ist zwar gottlob nicht jedermanns Sache, aber man kann auch diesePolitiker aus Geschäftsinteresse verstehen und

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