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Humboldts keine passendere und gewandtere Schmeichelei für Mexikos Staatsoberhaupt finden, als indem er den alten General Diaz mit unserem Humboldt verglich: „Ein anderer Alexander
von Humboldt, ein im Lande gebürtiger Sohn Mexikos, kam und bildete mit seiner Intelligenz, mit seiner Vaterlandsliebe, mit seinem energischen Charakter, mit seinem kräftigen Zugreifen, wenn immer es nötig war, ein neues Mexiko, einen Staat, würdig einen Ehrenplatz in der Gemeinschaft der zivilisirten Nationen eiiizunehmen.“ Um Mittag gab das Deutsche Haus zu Ehren des Präsidenten Diaz und der deutschen Gäste ein Frühstück; Diaz saß neben dem Prinzen Friedrich von Schleswig-Holstein usw., einem Neffen der Deutschen Kaiserin, und der alte Herr beauftragte die jugendliche Hoheit, ihrem Onkel (dem Deutschen Kaiser) seine respektvollen Grüße zu übermitteln. Abends fand 'Festoper der deutschen Kolonie statt. Die deutsche Feier der mexikanischen Unabhängigkeit war, wie alle Festlichkeiten der fremden Kolonien, von einer starken persönlichen Note der herzlichen Sympathie und hohen Achtung vor dem greisen Präsidenten Diaz beherrscht, der zudem in eben jenen Tagen, am 15. September, sein 80. Lebensjahr vollendete.
Am 27. Januar 1911 überreichte der deutsche Geschäftsträger Freiherr von Richthofen dem Präsidenten der Republik in feierlicher öffentlicher Audienz die Kette zum Großkreuz des Roten Adlerordens; noch war Diaz der „große und gute Freund“ des Deutschen Kaisers, der weise Staatsmann, der „Bismarck Mexikos“ der Historiographen, der enthusiastisch verehrte Landesvater seiner 16 Millionen Mitbürger und der vielen Tausende von Kolonisten. Genau vier Monate später, Ende Mai 1911, flüchtete der Schöpfer des modernen Mexiko mit seiner Familie und einigen intimen Freunden aus der aufrührerischen Hauptstadt nach der Golfküste, um seine Gattin, Kinder und Enkel vor den rasenden ;Pöbelhaufen, die von Demagogen aufgehetzt waren, in Sicherheit zu bringen und mit ihnen das Land zu verlassen.
Die Revolutiohskomödie.
Was’ war geschehen? Der oberflächliche Beobachter wird sagen: „Es war eben wieder einmal in einer spanisch-amerikanischen Republik eine Revolution ausgebrochen, der Machthaber gestürzt und sein siegreicher Rivale zur J^egierung gekommen; man ist es ja von jenen’ unruhigen Ländern nicht anders gewohnt.“ Und doch wäre diese Auffassung nicht nur recht oberflächlich, sondern im höchsten Grade ungerecht und historisch irrig. Der Rahmen dieser Schrift verbietet die eingehende Erörterung der historisch und psychologisch begründenden Details, die zu jenem Regierungswechsel beigetragen haben. Nur andeutungsweise kann gesagt werden, daß die maderistisc’he Revolution von 1910'! 1 diesen in