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Die Wahrheit über Mexiko und seine deutsche Kolonie / von Wilhelm Bauer-Thoma
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Porfirio Diaz schiffte sich mit seiner Familie auf dem Dampfer .,Y p i r a n g a der H. A. L. ein und wurde-hier mit aller gebührenden Aufmerksamkeit aufgenommen und während der Reise behandelt,

Ich schrieb damals (in Nr. 31 desWanderer, 1. Juni 1911): Welcher Art die Empfindungen des greisen Staatsmannes in diesen letzten Tagen und besonders beim Abschied von der Hauptstadt und der Küste seines geliebten Vaterlandes gewesen sein mögen, läßt sich nur entfernt ahnen, niemals in Worte fassen. Die Art wie der einst vergötterte Nationalheros von seinen eigenen Landeskindern, denen er ungezählte iWohlthaten erwiesen, wie er von dem größten Teile seiner früheren intime­ren Anhänger und 'Mitarbeiter verleugnet und in ein bitteres Exil getrieben worden ist, bildet eine jener grandiosen Unfaß­lichkeiten der Weltgeschichte, wie sie nur von blinder Volks­leidenschaft begangen werden und nur ganz hochstehende Per­sönlichkeiten treffen können. Wenn jemals die Verabschiedung des Präsidenten Diazbeschämend undschmachvoll ge­nannt werden sollte, so werden wir diesem Urteil rückhaltlos beipflichten . . .General Diaz hat sich durch sein eminent patriotisches, selbstloses und aufopferndes Verhalten der letzten Tage und durch die ihm zuteil gewordene Behandlung den Ehrentitel eines Märtyrers seines Vaterlandes erworben d'ie einzige Erhöhung seines Ruhmes, die ihm die gerecht urteilende Geschichte noch gewähren konnte. Bereits werden in der Aus­landspresse Stimmen laut, welche dem greisen Expräsidenten Gerechtigkeit widerfahren lassen und seine in der Geschichte Mexikos beispiellosen Verdienste um Friede und Fortschritt her­vorheben. Sie weisen mit Recht darauf hin, daß auch das mexi­kanische Volk nach Beruhigung der heute stürmisch wogenden Leidenschaften zu einer gerechteren Einsicht und Würdigung des Lebenswerkes von Diaz gelangen wird.

Ein Blick hinter die Kulissen.

Es hat im Auslande und selbst in weiten Kreisen Mexikos über­rascht. daß General Diazfast ohne Widerstand die Regierung niedcrgelegt und fluchtartig das Land verlassen habe. Doch hatte der Präsident dafür seine guten Gründe. Dies war einmal sein Wunsch, dem Lande den Frieden wiederzugeben und damit sein Lebenswerk vor der drohenden Vernichtung zu retten, und wenn es ein Irrtum war (da ja von der kommenden maderistischen Ära wenig Gutes zu erwarten war), so war er doch in seinen patrio­tischen Motiven mehr als entschuldbar; denn Diaz glaubte damals gewiß, im Gegensätze zu den meisten seiner Ratgeber, be­sonders dem klugen und leidenschaftslosen L i m a n t o u r . daß die