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Die Wahrheit über Mexiko und seine deutsche Kolonie / von Wilhelm Bauer-Thoma
Entstehung
Seite
35
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.klaren Einsicht in die Dinge die beiderseitige Verantwortlichkeit geschaffen.

War die Kombination Madero und Legitimität von jelicr schwierig und peinlich, dabei vollauf geeignet, selbst manchen ehrlich lOesinnten in die Irre zu führen, so dürften die einsich­tigeren Elemente nunmehr, nach dem Sinken der maderistischen Maske, mit heilsamem Schauder die Klippen erkennen, denen das Staatsschiff mit Madero am Ruder entgegenzutreiben drohte. . . Die W a h 1 e h a n c e n Maderos haben sich darum vielleicht nicht v e r r i n g e r t, da sich ja die Einsichtigen stets in der Minderzahl befinden und das Gros der hiesigen Bevölkerung politisch gänzlich unmündig ist. Wird aber Ma­dero jetzt noch zum Präsidenten gewählt, d a n n hat er die P r ä s i d e 11 1 e 11 w ii r d e ebenso verdient wie ihn das mexikanische Volk, und es bleibt kein Raum zu Klage und Mitleid. Auch ein Volk ist seines Glückes Schmied, und dem mexikanischen Volke sollten nach den letz­ten Ereignissen die Augen aufgegangen sein.

Die Verpestung der politischen Atmosphäre.

Nach dem radikalen Siege der Revolution, der in dem un­erwarteten Rücktritt des Generals Diaz gipfelte, schrieb ich m meiner Zeitung am 8. Juni unter dem TitelRück- und Aus­blicke:

. . . Die revolutionäre Bewegung war 'nicht von gestern und nicht von vorgestern. Sie wurde nicht von Madero ge­schaffen, sie war in den Köpfen der wenigen denkenden Poli­tiker, in den Herzen der zahllosen wirtschaftlich Unterdrück­ten vorhanden, ehe ein politischer Schv/ärmer den ersten Schritt, unternahm sie heraufzubeschwören. Damals, vor der ersten, schüchternen Propaganda des Umsturzes, die noch die harmlose Form der vernünftigen Überredung wählte, vor 45 .Jahren, hatte die revolutionäre Idee von Köpfen und Herzen vieler Tausender Besitz ergriffen klar und zielbewußt wohl bei ganz wenigen, in rudimentären Ansätzen und verschwim­menden Umrissen bei der großen Menge. Zum ersten Male in der Geschichte Mexikos begann sich politisches Leben zu regen; einer flüsterte es vorsichtig dem andern zu: man war des alten Regimes satt, hatte genug der Bevormundung, des' politischen Gängelbandes, wollte endlich auf eigenen Füßen stehen und den ersten Versuch wagen, die Ideale einer erträum­ten Konstitution in eine schöne, lebendige Wirklichkeit hin­überzuleiten. Wer zu jener Zeit regen Umgang mit den Lan­deskindern pflog und ihr Vertrauen zu gewinnen wußte, wird .sich heute jener Eindrücke erinnern. . .Madero hat nicht