VORWORT.
In den Jahren 1884/85 durchstreifte ich, von der Königlich Preussi- schen Akademie der Wissenschaften dazu beauftragt, die ägyptischarabische Wüste. Es war damals meine Aufgabe, den Lebensbedingungen der eigentümlichen Xerophytenvegetation nachzugehen, die in den sonnendurchglühten, wasserlosen Thälern jenes felsigen Hochlandes ein bescheidenes Dasein fristet. Die Ergebnisse der Reise fanden nicht nur Anerkennung in den Kreisen meiner Fachgenossen, sondern erregten auch den Wunsch, den eingeschlagenen Gang der Untersuchung auf andere Gebiete auszudehnen. Vor Allem lag da der Gedanke nahe, dass man an einem Berge, dessen Fuss ausgesprochene Tropenvegetation zeigt und der mit seinem Gipfel bis in die Region ewigen Eises hineinreicht, die Einflüsse von Klima und Standort auf den Bau der Pflanzen ganz besonders leicht würde studiren können. Der Gedanke wurde weiter ausgesponnen und verdichtete sich schliesslich, im Frühjahr 1892, zu dem mir abermals von der Akademie der Wissenschaften ertheilten Auftrage, eine Reise zum Kilimandscharo zu unternehmen und zu sehen, was dort für die gekennzeichnete anatomisch-physiologische Richtung in der Botanik zu erreichen wäre.
Die Mittel, welche aus den Beträgen der Humboldt-Stiftung zur Verfügung standen, genügten nicht, um die Forschungsreise in dem geplanten Umfange durchzuführen, und so ward denn beim Kaiserlichen Auswärtigen Amte angefragt, ob auch von dieser Seite auf eine Unterstützung zu rechnen wäre. Das Auswärtige Amt versprach solche, knüpfte aber an seine Zusicherung die Bedingung, dass mein eigenes Unternehmen
Kopfleiste: Wissenschaftliche Kilimandscharo-Station.