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Die Spanier in Nordamerika von 1513 - 1824 / von Ernst Daenell
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5. Kapitel.

Die Spanier in Neu-Mexiko bis zum Aufstand 1680.

Nach den so völlig verunglückten Unternehmungen Coronados und de Sotos war der Schwung der Conquista rasch erlahmt. Man hatte sich im engeren Kreise des Gewonnenen eingerichtet. Florida war unter dem strate­gischen Gesichtspunkt endgültig besetzt und kolonisiert zur selben Zeit, als in den nördlicheren Distrikten Neu- Spaniens sich reiche Silberminen in rasch wachsender An­zahl auftaten. Dorthin zogen Ansiedler und Bergleute, spontan bewegten sich Okkupation und Kolonisation ohne viel Aufregung weiter nach Norden in dem undefi­nierbaren Drang, irgendwo an eine haltbare Grenze zu gelangen. Der Staat förderte die Ausbreitung mit Rück­sicht auf die englischen Okkupationsversuche in Nord­amerika. Aber in den hohen Norden lockte nichts. Die größten Conquistadorenzüge hatten die Legende von nördlichen Goldländern allzu schmerzlich zerstört. Und als endlich um die Wende des 16. Jahrhunderts die Spa­nier zu dauernder Ansiedlung ihren Fuß auf den Boden Neu-Mexikos setzten, ahnten sie nicht, daß sie den Boden des reichsten Gold- und Silbergebiets in Amerika betraten. Die Sehnsucht nach Geld schweifte darüber hinaus in die Plains. Die Goldschätze Quiviras tauchten wieder deut­licher aus dem Nebel der Erinnerung auf.

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