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Krause: Die Portugiesen in Abessinien
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mehr das Glück hatte, den gröfsten See Abessiniens, den Tsanasee, zu besuchen.
5. Mineralische Schätze.
Von reichen Goldfunden in Aegypten und den oberen Nilländern berichten schon griechische und römische Schriftsteller. Diese Länder waren der Hauptproduzent des Goldes für die damalige Welt. Kosmas Indikopleustes, ein Schriftsteller des 6. nachchristlichen Jahrhunderts, weifs von dem Lande Sasou zu erzählen, das westlich der Flüsse Toka und Tumat bis zum Weifsen Nil und südlich des 11. Parallelkreises zu suchen ist. 1 ) Aus ihm bezog der König von Axum sein Gold. Auch arabische Schriftsteller 2 ) versäumen nicht, die im Westen vom abessinischen Hochlande gelegenen Goldgebiete zu erwähnen. Eingehende und überzeugende Kunde von dem sonst sagenhaft geschilderten Vorkommen von Edelmetallen geben uns erst die portugiesischen Reisenden.
Im allgemeinen erschien ihnen Abessinien als ein armes Land; früher mochte es wohl eine gröfsere Ausbeute an Edelmetallen gehabt haben. Als Gebiet, in dem man aus Flüssen Gold gewann, war den Portugiesen 3 ) eigentlich nur Narea bekannt. Diese Goldvorkommen auf sekundärer Lagerstätte in den Nebenflüssen des Blauen Nils, besonders in den Flufs- läufen des Jabus und Didessa, nennen auch die arabischen Schriftsteller. Nach Almeidas 4 ) Zeugnis war diese Landschaft wegen ihres Goldreichtums als die einzige in Abessinien imstande, ihren Tribut an den Herrscher in Gold zu zahlen. Das Goldvorkommen in diesen Landstrichen bezeugen auch neuere ßeisende. 5 ) Die Ausbeute dieser Goldseifen, deren Zentrum in Nedjo liegt, schätzt man heute auf jährlich ca.
') Markus, Nouv. Journ. Asiat, t. III, Par. 1829.
-) Makrizi, Deseription topograpkique et historique de l'Egypte. Me- moires publiees par les membres de la misssion arcbeologique frangaise du Caire. Paris 1895, t. 17, p. 176
3 ) Paez, Scr II, 247/248.
') Scr. V, 35.
») G. J. XXVII, p. 529 ff. Blundell, Exploration in the Abai River, Abyssinia.
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