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Die Portugiesen in Abessinien : ein Beitrag zur Entdeckungsgeschichte von Afrika / vorgelegt von Kurt Krause
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Erster Hauptteil

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Beiseweg zu wählen. Im Anfang des Jahres 1624 wollte Lobo von Melinde aus teils zu Lande, teils unter Benutzung der schiffbaren Flüsse, von denen man annahm, dafs sie vom Hochlande kämen, nach Abessinien gelangen. 1 ) Indessen, un­günstige Nachrichten über das Verhalten der kriegerischen Gallas und eine Krankheit, die Lobo befiel, veranlafsten ihn, schon an der Küste im Beiche Jubo, an das der Name des Djubaflusses noch erinnert, in der Osterwoche des Jahres 1624 umzukehren. 2 )

Nach diesem mifsglückten Versuch, von Süden her nach Abessinien einen Zugang zu finden, gab man die Hoffnung auf die Erschliefsung eines neuen Verkehrsweges auf. Lobo erreichte in dem darauf folgenden Jahre auf anderem, glück­licherem Wege das Hochland.

IV.

Die wichtigsten Quellen für die Kenntnis des Landes aus der Portugiesenzeit und ihre Kritik.

Lange Zeit war man sehr unvollkommen über diesen Ab­schnitt der Entdeckungsgeschichte unterrichtet. Gerade die wichtigsten Quellenschriftsteller, Paez, Barradas, Almeida und Mendez kannten wir bisher nur indirekt oder gar nicht. Erst die jüngste Zeit hat uns durch Beccaris grofse Forscherarbeit in den bisher vorliegenden 11 Bänden der Berum Aethiopicarum scriptores occidentales inedit a saeculo XVI ad XIX" eine ganz neue Grundlage für die Betrachtung dieser Periode der Entdeckung und Erforschung Abessiniens beschert. Jetzt entrollt sich ein viel volleres Bild dieser Forschungsepoche in scharfer Gliederung.

Der älteste auf uns gekommene Bericht aus der Zeit portugiesischer Tätigkeit in Abessinien ist der des Paters Franciscus Alvarez. Mit der Veröffentlichung seines Werkes begründete er eine Geographie Abessiniens. Der Titel des Buches ist:

Vgl. Lobo (f'rzs. Ausg.) p. 1629. -) Lobo (frza. Ausg.) p. 27.